Treffen von Vertretern der Initiativen zur Revitalisierung alter Friedhöfe in Polen-
auch Mitglieder der LM Schlesien/LV Sachsen waren dabei
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Endlich wieder ein Jahresabschluß mit Gänseessen
Nach zwei Jahren verordnetem Ausfall des traditionellen schlesischen Gänseessens konnten wir uns endlich in diesem Jahr zum Jahresabschluß der Landsmannschaft Schlesien Landesverbandes Sachsen/ Schlesische Lausitz e.V. zusammenfinden. In gemütlicher Runde trafen sich Mitglieder und Freunde zum zwanglosen Erfahrungsaustausch von Aktivitäten sowie Erlebnissen in und rund um die schlesische Heimat.
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4. Einsatz auf dem evangelischen Friedhof in Niederschreiberhau

Am ersten Oktoberwochenende fand der zyklische Revitalisierungseinsatz statt.
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Restauriertes Gedenkkreuz für König Albert („Carolakreuz“) enthüllt
Mit der feierlichen Wiedereinweihung am 17. September 2022 wurde das Projekt „Carolakreuz“ im Schloßpark Sibyllenort/Szczodre erfolgreich abgeschlossen.
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VII. Kulturfestival der deutschen Minderheit in Polen am 10.09.2022
Zum bereits siebenten Mal fand in der Breslauer Jahrhunderthalle dieses so wichtige Ereignis statt. Es ist die größte, zyklische Veranstaltung der deutschen Minderheit in Polen.
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Fast geschafft dank Ihrer Hilfe – das „Carolakreuz“ kurz vor der vollendeten Sanierung
Liebe Spender!

Wie Sie dem Bericht auf unserer Netzseite entnehmen können, gelang es uns bei einem ersten Arbeitseinsatz in Sibyllenort, dem Carolakreuz weitestgehend seinen alten Glanz zurückzugeben. Lediglich die neue Gedenkplatte für König Albert muß noch hergestellt und dann am Denkmal montiert werden. Das soll, so Gott will, am 16.9.2022 geschehen.
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Projekt „Carolakreuz“ in Sibyllenort- erster Einsatz
17 Vereinsmitglieder und Freunde der LM Schlesien- LV Sachsen reisten vom 13.-15. Mai nach Sibyllenort/Szczodre.
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Ehrenamtlicher Einsatz für Spuren der Vergangenheit in Liegnitz
Der Liegnitzer Verein TILIAE machte Ende Mai 2022 mit einer ungewöhnlichen Intervention beim Stadtpräsidenten Schlagzeilen.
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Arbeitseinsätze auf dem alten evangelischen Friedhof in Reichenbach am Eulengebirge im März und April 2022
Bei einer ersten Zusammenkunft im Oktober 2021 in Niederschreiberhau zwischen der Stadtverwaltung Reichenbach/Dzierzoniow und Mitgliedern der LM Schlesien in Sachsen wurden Vorbereitungen getroffen, den evangelischen Friedhof in dieser mittelalterlichen Stadt zu rekultivieren.
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Spende an polnischen Verein „TILIAE“ übergeben
Im Rahmen der beiden Arbeitseinsätze im niederschlesischen Reichenbach am Eulengebirge/Dzierzoniow übergab der Vorsitzende der LM Schlesien/LV Sachsen eine Spende an den Verein „TILIAE“ aus Liegnitz.
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Aufruf zum Wettbewerb „Meine Heimat“ des Hauses der Deutsch- Polnischen Zusammenarbeit in Oppeln.

Bitte beteiligen Sie sich mit kleinen Geschichten Ihrer Eltern und Großeltern zu deren verlorener Heimat, zu Verbindungen in die schlesische Heimat und zu deren jetzigen Bewohnern, zu einprägsamen Erlebnissen oder regionalem Geschichtswissen. Die nötigen Formulare zur Teilnahme finden Sie hier.

                    Anmeldeformular       Regeln     Aufruf in Polnisch

Ein Wettbewerb zu diesem Thema fand bereits im letzten Jahr statt und stieß auf große Resonanz. Die besten Geschichten sind als Broschüren im Haus der Deutsch- Polnischen Zusammenarbeit erhältlich. 

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Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft – der evangelische Friedhof in Reichenbach
 Ein Artikel in Vorbereitung unserer Arbeitseinsätze in Reichenbach/Eulengebirge- Dzierzoniow                                                                                                                                                                           
1. Erinnerung an die Stadt und ihre Bewohner

Das Jahr 1525 markiert den Beginn des Protestantismus in Reichenbach im Eulengebirge. Von diesem Moment an bis 1795 bestatteten beide Religionen (Katholiken und Protestanten) ihre Toten zusammen auf gemeinsamen Friedhöfen, von denen es heute keine Spur mehr gibt. Am Frankensteiner-Tor oder Schweidnitzer-Tor ruhten sie im Herrn und waren trotz religiöser Streitigkeiten vereint. Erst in den Jahren 1789 - 98 wurde auf den Ruinen der fürstlichen Burg am Schweidnitzer Tor eine evangelische Kirche errichtet, von Carl Gotthard Langhans. Die Kirche und der umliegende Friedhof wurden am 5. September 1795 geweiht, und der erste, der hier begraben wurde, war Ephraim Arlt.Dieser Ort wurde bis 1850 für Bestattungen genutzt. Dann wurde das Gelände eingeebnet und darauf eine Pfarrschule errichtet. Die starken evangelischen Gemeinden mussten neue Bestattungsplätze bereitstellen. 1803 kaufte der Unternehmer und Kunstmäzen Friedrich Sadebeck einen östlich an die Kirche angrenzenden Garten und baute dort zwei Kapellen für sich und seine Familie. Das ganze Areal war von einer Mauer mit einem gusseisernen Tor umgeben. Nach Gründung einer Stiftung zur Pflege des Friedhofs wurde dieser der Gemeinde übergeben. 1843 spendete die Witwe des Seifensieders Bergmann 3.000 Taler, um einen weiteren Friedhof, den späteren Bergmannischen Kirchhof, anzulegen.Eine Erweiterung war aufgrund der Lage leider nicht möglich. Die Anfänge der nächsten Nekropole gehen auf das Jahr 1870 zurück. Das Ehepaar Glatzer verkaufte damals 6 Hektar ihrer Felder neben dem jüdischen Friedhof an die evangelische Gemeinde, um dort eine weitere Begräbnisstätte zu schaffen. Hier, in der Nähe des Breslauer Tors, wurde am 3. April 1872 ein neuer evangelischer Friedhof eingeweiht. Der einzige, die bis in unsere Zeit überlebt hat.
Dieser wurde am 3. April 1872 eingeweiht und hatte eine Leichenhalle, Katakomben und ein Totengräberhaus. 1874 wurde er von einer Ziegelmauer umgeben, deren ältester Teil die Nordwestecke ist, welche die Rückseite der Grabsteine der Familie Kummler darstellt. An der Westwand erinnern Epitaphien und Inschriftentafeln an Verstorbene vor dem Bau des Friedhofs. Die Pflanzungen wurden wohl schon zur Einweihung durchgeführt, so dass die Bäume jetzt auch etwa 150 Jahre alt sind.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Friedhof fast vollständig belegt. Dies veranlasste die Gemeinde, 1901 zwei südlich an die ursprüngliche Nekropole angrenzende Grundstücke zu erwerben. Auf ihnen wurde der sechsjochige, dreischiffige Grundriss aus dem nördlichen Teil fortgesetzt, weitere Bepflanzungen vorgenommen und eine Mauer auf der Achse des bestehenden Zauns errichtet. Die letzte Ausbaustufe des Friedhofs fand 1928 statt. Auf der Achse des ältesten Teils nach Osten wurde ein neuer Bereich angelegt, der von einer Beton- und Ziegelmauer umgeben war. Die Sektoren waren durch ein Tor verbunden, das in die Mauer gebrochen wurde. Ein Jahr zuvor wurde im ältesten Teil eine bis vor kurzem bestehende Kapelle errichtet.
 Im Jahr 1945 gehörte Reichenbach im Eulengebirge aufgrund politischer Entscheidungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur Volksrepublik Polen. Bis 1946 hieß die Stadt Rychbach, wurde dann aber zu Ehren des oberschlesischen Pfarrers Jan Dzierżon, ein berühmter Imker, in Dzierżoniów, geändert . Die bisherigen deutschen Einwohner mussten ihre Stadt verlassen, und der Friedhof diente nur vereinzelt den neuen Einwohnern von Dzierżoniów, bis 1957. Dann ereilte ihn das Schicksal, das all diese Stätten in ganz
Lageplan des Friedhofs in Reichenbach/Eulengebirge
Polen erlitten. Er wurde vermüllt, geplündert und zerstört.
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Von den etwa 5.000 Gräbern sind etwa 200 erhalten geblieben. Das damalige Projekt, den südlichen Teil in einen Park umzuwandeln, bedeutete die Entfernung aller freistehenden Grabsteine und der meisten Gruften, den Abbruch fast der gesamten Ostmauer, die Auflösung der meisten Grabkammern und die Entfernung des Zauns von Westen und Süden. Nach Beendigung der Arbeiten wurde das Gelände in diesem Zustand belassen, sodass es zurückversetzt werden konnte.
1984 wurde der Friedhof inventarisiert. Die Karte des Friedhofs wurde vom Kunsthistoriker Krzysztof Myśliński erstellt. Er beschrieb den Zustand der Nekropole und gab Erhaltungsrichtlinien heraus. Von 5000 Vorkriegsbestattungen, deren Anzahl durch die erhaltenen Grabnummern nachgewiesen wurde, waren zum Zeitpunkt der Erstellung der Akte etwa 200 noch erkennbar, die Myśliński in seiner Arbeit in zwei Gruppen einteilte.
Die erste, damals 114 Objekte zählend, bezog sich auf die Umzäunung des Mittelteils, vereinzelt auch des Südteils. Die zweite Gruppe bestand aus freistehenden Grabsteinen, deren Zahl fast 90 betrug. Es lohnt sich, der Geschichte zuzuhören, die aus den Seiten des Dokuments hervorgeht. Es zeigt nicht nur den historischen, sondern auch den künstlerischen Wert dieser letzten Erinnerungsstücke der Vergangenheit.
K. Myśliński erkannte die erste Gruppe von Grabsteinen als Denkmäler von großem künstlerischem Wert an. Er unterteilte die in dieser Gruppe diskutierten Objekte in:
     • Wandgrabsteine mit architektonischen Formen (in manchen Fällen bereichert mit einer freistehenden Stele);
     • Epitaphien;
     • Inschriftentafeln;
     • Unabhängige freistehende Grabsteine direkt neben der Wand.
Unter den architektonischen Objekten verdient nach Angaben des Autors der Beschreibung eine Gruppe neoromanischer Objekte von beträchtlicher Größe und einem komplexen künstlerischen Konzept besondere Aufmerksamkeit. Myśliński betonte auch eine sehr sorgfältige Verarbeitung, was auf hohe Maurerhandwerkskunst hinweist. Zwei der wertvollsten stammen von 1900. Seine Aufmerksamkeit wurde auf die neugotischen Grabsteine der Familie von W. Dittrich und E. und G. Weist gelenkt. Die Grabsteine mit Merkmalen der Neorenaissance waren etwas zahlreicher, aber nicht weniger wertvoll. Unter den erhaltenen dominierten jedoch Objekte mit barocken Zügen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Grabstein der Lehmanns gelenkt, der auch mit farbigen Steinen auf den „überschwänglichen Barock“ verwies. Unter den besprochenen Objekten befanden sich „Einflüsse anderer Epochen“, beispielsweise der Gotik. Natürlich ging es nicht ohne den Jugendstil, auch die Moderne kam hinzu.
Bei den Epitaphen dominierten konventionelle und vereinfachte Neugotik-, Neorenaissance- oder Neobarockformen, aber einige Einzellösungen verdienten Beachtung, wie das Neorenaissance-Epitaph von Rösner oder das modernistische Epitaph in Form des Pardelwitz-Epitaphs.
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Die Grabsteine fanden sich einzeln oder in größeren Gruppen, wie etwa die Grabsteine der Familie Dobermann. Sie wurden auch als Elemente von architektonischen Grabsteinen gefunden. Neben Formen im Neostil tauchten neue Gestaltungen auf, z.B. Formen eines geschnittenen Baumstamms oder kleiner rechteckiger Steinblöcke, manchmal zusätzlich mit einem Kruzifix. Gelegentlich gab es auch ovale Inschriftentafeln in der Art von Tischgrabsteinen, ein Beispiel dafür ist der Grabstein von Clärchen.
Das dominierende Steinmaterial dieser Objektgruppe war grauer Sandstein und grauer kristalliner Kalkstein. Striegauer-Granit tauchte in Gebilden aus dem 20. Jahrhundert auf. Die architektonischen Grabsteine waren ebenfalls gemauert und verputzt. Gelegentlich fand man Marmor, Buntsandstein und Syenit, die Details zeigten Alabaster und Biskuitporzellan.
Freistehende Grabsteine waren nicht mehr so kunstvoll, aber vergessen wir nicht, dass viele Steine über die Jahre von diesem und anderen evangelischen Friedhöfen entfernt wurden, so dass wir nicht wissen, welche Objekte verschwunden sind.
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Bis in die 1980er Jahre erhalten, waren sie meist das Produkt typischer Steinbearbeitung.Der dominierende Typ ist eine rechteckige Platte mit unterschiedlichen Positionen und Proportionen. Etwas reicher in der Form, mit floralem Ornament, erschienen sie auf den Gräbern von G. Becker und Rönisch. Eine interessante Gruppe waren massive Grabsteinkreuze aus Granit oder interessante Lösungen, bei denen die Form eines Steins verformt oder ein Kreuz herausgezogen wurde. Das dominierende Material unter den erhaltenen Grabsteinen war einfacher Granit. Es gab auch grauen Kalkstein und grauen Granit aus Striegau. Auch ein künstlicher Stein fand sich.
Krzysztof Myśliński hat in sein Werk eine detaillierte Beschreibung von 148 Objekten aufgenommen. Er gab auch Erhaltungsempfehlungen heraus. Er empfahl, den ältesten Teil unter strengen konservatorischen Schutz zu stellen, und schloss jegliche Veränderung daran aus.
Er gab Anweisungen für die Restaurierung historischer Grabsteine und der Mauer, in die die meisten von ihnen eingebettet sind. Er glaubte, dass die verbleibenden Grabsteine, sofern lesbar, an Ort und Stelle bleiben und zur Rekonstruktion der ursprünglichen Unterteilung in Viertel beitragen sollten. Nur diejenigen ohne Inschriften, die beschädigten können in den mittleren Sektor gebracht werden, wo sie ein Lapidarium erstellen. Die Grabkammern sollten von Müll befreit, ihre Steinabdeckungen gesichert und wieder angebracht werden.
Die Konservierungsempfehlungen blieben jedoch nur eine Spur auf dem Papier und unbeachtet.
Im Jahr 2017 haben junge Menschen aus Polen und Deutschland im Rahmen des Projekts „Wer die Toten nicht respektiert, der respektiert das Leben nicht“, das vom National Heritage Institute-Programm „Volunteering for Heritage (Freiwilligendienst fürs Erbe)“ kofinanziert wurde, die Nekropole aufgeräumt. Abgeschlossen wurde das Projekt mit einer Informationstafel am Haupttor des Friedhofs.

2. Wie viel schafft ein Mann?

1954 kam aus einem kleinen Dorf im Landkreis Sorau/Żary, ein fünfzehnjähriger Junge, Eugen Fuchs, nach Reichenbach/Dzierżoniów und begann ein Studium an der Berufsschule für Funktechnik. Nach Abschluss seiner Ausbildung begann er bei der Dolnośląska Fabryka Urządzeń Radiowych zu arbeiten, die später in Zakłady Radiowe „Diora“ umbenannt wurde. Er ist ein Nachkomme der ehemaligen Bewohner des Dorfes Grömbach/Łaznowska Wola, das er mit seiner Familie 1949 verlassen musste.
Dieses Dorf, das mir aufgrund meiner Familiengeschichte besonders am Herzen liegt, steht am Anfang der Bemühungen, die Erinnerung zu bewahren. Der Traum, einen schönen, aber vergessenen evangelischen Friedhof zu erhalten, trieb mich dazu, weitreichende soziale Aktivitäten zu starten. So entstand auf der bereits bestehenden Website „Ländliche evangelische Friedhöfe der Woiwodschaft Łódź“ die journalistische Rubrik „Speichern der Erinnerung“. Sein Ziel war es, Menschen zu suchen, die sich ehrenamtlich für die Rettung verfallender Nekropolen, hauptsächlich evangelischer, einsetzen. Im Laufe der Zeit tauchten auf unserer Website Erinnerungen an die auf diesen Friedhöfen Bestatteten auf. Dank solcher Suchanfragen fand ich die Spuren von Eugen Fuchs, der mein Wissen nicht nur mit seinen Erinnerungen bereicherte (geboren in Grömbach/Łaznowska Wola, bewahrte er nicht nur seine eigenen Erinnerungen, sondern auch d seiner Mutter Olga), sondern weckte das Interesse an einer weiteren Begräbnisstätte. Ich wurde als Journalist von „Saving the Memory“ und als Vertreter des Vereins TILIAE in Liegnitz/Legnica nach Reichenbach/Dzierżoniów eingeladen.
Eugen Fuchs interessierte sich schon lange für den Zustand des einzig erhaltenen evangelischen Friedhofs in seiner Stadt, und diese Angelegenheit beschäftigte ihn. Als er dann durch Zufall Kontakt zu unserem Verein aufnahm, keimte bei ihm Hoffnung auf Veränderung auf.
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Ein Spaziergang über den Friedhof in seiner Begleitung führte zu einer Reihe von Fotos, und einem Gedankenaustausch, an dem auch Eugens Tochter Renata Wester teilnahm. Er brachte viele Ideen. Einer davon war der Vorschlag eines Treffens zwischen der stellvertretenden Bürgermeisterin von Reichenbach/Dzierżoniów, Frau Dorota Pieszczuch, und Herrn Friedemann Scholz, dem Präsidenten der Landsmannschaft Schlesien / Landesverband Sachsen-Schlesische Lausitz.
Am 24. Oktober 2021 trafen sich die oben genannten Personen in Schreiberhau/Szklarska Poręba. Die Wahl von Datum und Ort war nicht zufällig. Die Vertreter des Vereins beendeten gerade die nächste Etappe ihrer Arbeit auf dem evangelischen Friedhof in dieser Stadt. Informationen und Fotos, die zuvor von TILIAE bereitgestellt wurden, veranlasste sie, den Termin zu nutzen, sich für eine Unterstützung der geplanten Aktivitäten in Reichenbach/Dzierżoniów zu entscheiden. Das Treffen in Schreiberhau/Szklarska Poręba war also bereits sehr hilfreich. Und es endete mit sehr konkreten Ergebnissen.
Der deutsche Verein besteht aus einer Gruppe von 40 aktiven Mitgliedern, deren Familien vor dem Zweiten Weltkrieg in Nieder- und Oberschlesien lebten. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Einwohnern organisieren sie auch Arbeitseinsätze auf in Polen gelegenen evangelischen Friedhöfe aus der Vorkriegszeit. Sie sammeln Dokumentationen, suchen nach Familien, deren Vorfahren in diesen Nekropolen begraben wurden. Sie halfen als Freiwillige bei der Reinigung von Friedhöfen in Sibyllenort/Szczodre, Giersdorf/Zeliszow und kürzlich in Schreiberhau/Szklarska Poręba. Der Arbeit auf dem Friedhof in Schreiberhau/Szklarska Poręba ging eine Informationskampagne in den lokalen Medien voraus, die zur Mitarbeit der Einwohner führte. Die Stadtverwaltung stellte Ausrüstung und Verpflegung zur Verfügung. Insgesamt dauerte die Säuberung des Friedhofs drei Wochenenden. Die Mitglieder des Vereins wollen künftig jedes Jahr ihre befreundete Stadt besuchen, um Kontakte zu pflegen und zu vertiefen. Nun ist Zeit für eine neue Herausforderung. In Reichenbach/Dzierżoniów. Die Vorbereitungen für die Arbeiten haben bereits begonnen. Dem Vizebürgermeister gelang es, Personen und Geräte zu finden, mit denen die Erstreinigung und der erste Schnitt in der erlaubten Winterzeit durchgeführt wurden.
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Die Stadt übernimmt die Bereitstellung der erforderlichen Großgeräte, die Sammlung und Entsorgung des Mülls sowie die Organisation und Leitung der Arbeiten. Das wichtigste soll jedoch eine Informationskampagne sein, die dazu beitragen soll, die Idee der Rettung des Friedhofs als schlesisches Kulturerbe unter den Einwohnern von Dzierżoniów zu fördern.
Die deutschen Gäste kommen nicht mit leeren Händen, obwohl ihre Hände extrem wichtig sind, weil sie auf den Friedhöfen, die sie bereits aufräumen, schon sehr viel geschafft haben. Sie finanzieren ihre Ankunft und zahlen teilweise ihren Aufenthalt in der Stadt (einige werden von der Stadt übernommen). Die ersten Aktivitäten werden vom 25. - 27. März durchgeführt, die nächsten vom 8. - 10. April Wir hoffen, dass sie die erwarteten Ergebnisse bringen und dass Reichenbach/Dzierżoniów nicht nur das Denkmal retten, sondern auch neue Freunde gewinnen wird.  Und die hierher zurückkehren, ihre Freunde und Verwandten zu einem Spaziergang durch die Straßen, zu leckerem Eis und Kaffee im Cafégarten einladen möchten. Reichenbach/Dzierżoniów, sowie die gesamte Umgebung des Eulen-Gebirges, ist für Touristen äußerst attraktiv und wird sicherlich von den deutschen Gästen geschätzt.
Wir arbeiten intensiv an der Etablierung einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und sehen darin nicht nur handfeste Vorteile für die geretteten Denkmäler, sondern auch eine Verständigung von unten nach oben zwischen unseren Nationen mit einer untrennbar miteinander verflochtenen gemeinsamen Geschichte. Der Aufbau langfristiger Beziehungen mit der sächsischen Landeshauptstadt, in der das Herz der zur Zusammenarbeit eingeladenen Landsmannschaft Schlesien / Landesverband Sachsen-Schlesische Lausitz schlägt, wird zweifellos zu einer dauerhaften Verbindung führen.
Hanna Szurczak
Der Text basiert auf der von Krzysztof Myśliński im Jahr 1984 erstellten „Friedhofsaufzeichnungsdatei“. Veröffentlichung mit Zustimmung des Autors des Werkes.




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Vom(vorläufig) letzten Einsatz auf dem Friedhof in Nieder- Schreiberhau-     Anlauf zu einem neuen Projekt

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Mitglieder der LM Schlesien/ Landesverband Sachsen und Freunde Schlesiens trafen sich vom 22.-24.10.2021 erneut in Nieder- Schreiberhau, um die noch nötigen letzten Arbeiten auf dem evangelischen Friedhof zu vollenden. Am Freitagmittag stellte die Stadt Schreiberhau erneut Werkzeug und Getränke zur Verfügung. Die Arbeiten konnten beginnen. Dazu wurde die gesamte Fläche des Friedhofs noch einmal sondiert. Bisher übersehene, eingegrabene oder zerbrochene Grabsteine wurden gekennzeichnet und für die Bergung und Aufstellung vorbereitet. Die Anzahl der noch zu bergenden Steine übertraf unsere Erwartungen. Außerdem fand eine weitere Reinigung von Inschriften statt.
Das gemeinsame Arbeiten mit dem Bürgermeister, Angestellten der Stadt und Einwohnern Schreiberhaus begann am Sonnabend 10 Uhr. Die Wetterverhältnisse verhinderten die offizielle Eröffnung. Regenschauer, Wind und Sonne begleiteten den ganzen Einsatztag. Rübezahl freute sich über das emsige Treiben aber vergoss so manche Träne, weil es der vorerst letzte gemeinsame Arbeitseinsatz auf diesem Friedhof war. Diese Gedanken halfen bei so manchem Regenschauer. Pünktlich zu Arbeitsbeginn war auch der Baggerführer mit seiner Technik vor Ort. Eine vierköpfige Arbeitsgruppe stand ihm bis zum Ende der Arbeiten zur Seite. Insgesamt waren an dem Tag ca. 25 Personen zu den geplanten Arbeiten erschienen. Die Technikgruppe barg die am Freitag markierten Grabsteine, stellte sie auf und richtete Einfassungen. Größere Erdhaufen, Baumwurzeln u.a. wurden ebenfalls entfernt bzw. geebnet. Die anderen Teilnehmer hantierten mit Spachteln, Kellen und Bürsten beim Reinigen der freigelegten Steine. Zur Mittagszeit brachte die Stadtverwaltung heißen Tee vor Ort. Außerdem gab es Würste zum Selbergrillen am offenen Feuer. Bei dem Wetter genau die richtige Verpflegung. Gegen 15 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen. Mindestens zwanzig große Grabmale und einige Fragmente gaben ihre jahrzehntelang verborgenen Namen preis. Damit konnten an drei Arbeitswochenenden insgesamt ca. 300 Grabsteine geborgen und dokumentiert werden. Alle aufgefundenen Namen, Lebensdaten und Berufe sollen katalogisiert und veröffentlicht werden.
Am selben Tag 16 Uhr fand auf dem Friedhof auch die öffentliche Einweihung der neuen Grabplatte für Carl Hauptmann statt. Dazu fanden sich Kommunalpolitiker, SEJM- Abgeordnete, Bürgermeister Miroslaw Graf, die Chefin des Hirschberger Riesengebirgsmuseums, Frau Zaprucki, der Vorsitzende des Vereins VSK, Schmidt- Münzberg, der Bevollmächtigte für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen, Herr Dr. Baumann, Einwohner und auch die Beteiligten am Arbeitseinsatz ein. Dabei betonte Miroslaw Graf in seiner Rede, daß die jetzige Perspektive des evangelischen Friedhofs in Nieder- Schreiberhau ohne die Hilfe der Mitglieder der LM Schlesien/ LV Sachsen nicht möglich gewesen wäre. Eine großartige Würdigung der Leistung der Landsmannschaft vor den anwesenden Gästen der Veranstaltung. 
Einweihung der neuen Grabplatte für Carl Hauptmann Ashampoo_Snap_2021.11.08_05h42m22s_013_
Den Abschluß des Tages bildete das Aufstellen und Entzünden von 100 Grablichtern durch die Mitglieder der Landsmannschaft Schlesien auf beiden Teilen des Friedhofs. Diese Geste wurde beim vorangegangenen Arbeitseinsatz von den deutschen Gästen vorgeschlagen und prompt von der Stadtverwaltung aufgegriffen.  Die Stadt spendierte die Kerzen für diesen Anlaß, die den Friedhof in der Dunkelheit zu einem Lichtermeer werden ließ. Auf diese Weise wurde in Ehrfurcht der verstorbenen früheren Einwohner gedacht, die durch die geleisteten Arbeitseinsätze zu einem großen Teil ihre Namen und Würde zurückerhielten. Auch nach dem vorläufigen Ende der Arbeiten wollen Mitglieder der LM Schlesien, Bürgermeister und städtische Angestellte weiterhin in Kontakt bleiben und sich einmal jährlich treffen. Aus einem ersten Kontakt und Annäherung ist Freundschaft geworden. Ein Lichtblick in dieser unruhigen Zeit.
Lichtermeer zum Gedenken an die verstorbenen ehemaligen Einwohner von Schreiberhau   
Am Sonntag wartete schon die nächste Aufgabe. Erstmals trafen sich Mitglieder der LM Schlesien/LV Sachsen mit Hanna Szurczak, einer Vertreterin des polnischen Vereins „TILIAE“ aus Liegnitz. Dieser setzt sich auch für die Erhaltung ehemaliger deutscher Friedhöfe ein. Unter anderem hat der Verein den Friedhof in Pfaffendorf (Liegnitz) wieder sichtbar gemacht. Frau Szurczak kontaktierte den Vorsitzenden der sächsischen Gruppe der LM Schlesien und bat um Hilfe beim Erhalt des Friedhofs in Reichenbach/ Eulengebirge. Es gibt Pläne, ihn in ein Lapidarium zu verwandeln. Auf Grund seiner vorhandenen Substanz wäre das aber die schlechteste Lösung. Zu einer gemeinsamen Erörterung verabredete man sich in der „Iser- Baude“ in Schreiberhau. Wie würde der erste Kontakt laufen, versteht man sich? Frau Szurczak begleiteten zum Treffen noch Eugen Fuchs, seine Tochter Renate und der stellvertretenden Bürgermeister von Reichenbach, Frau Pieszczuch. Die Verständigung klappte vom ersten Augenblick an und schnell befanden sich die Teilnehmer im vertrauensvollen Gespräch und Erfahrungsaustausch. Ein Rundgang auf dem Friedhof Niederschreiberhau, bei dem die kleine Delegation aus Liegnitz und Reichenbach das Ergebnis der gelungenen Zusammenarbeit von Stadt und Landsmannschaft sehen konnte, half letzte Zweifel zu überwinden. Beide Seiten einigten sich auf eine Zusammenarbeit und einen ersten Termin im März oder April 2022. Bis dahin sollen alle Vorbereitungen getroffen werden, die für eine gelungene Aktion nötig sind. Alle Beteiligten sind seitdem im engen Kontakt. 
Nach dem Treffen mit Tiliae, dem stellvertretenden Bürgermeister und Einwohnern von ReichenbachAshampoo_Snap_2021.11.08_05h40m54s_012_
 An dieser Stelle ein herzlicher Dank an das Sächsische Ministerium des Innern für seine Förderung des Projekts. Außerdem geht erneut ein großes Dankeschön an Armin Hübner und Roberto Pusch, die mit Back- und Wurstwaren für das leibliche Wohl sorgten.                         Hier noch ein paar Verweise auf Veröffentlichungen im Netz, im Fernsehen und sozialem Netzwerk über den Arbeitseinsatz in Schreiberhau. Erneut fand er ein breites öffentliches Interesse.
https://24jgora.pl/artykul/odzyskana-pamiec/1234668
http://www.szklarskaporeba.pl/de/ereignisse/archiv-der-ereignisse/allgemeine-informationen/4788-na-pamiatke-umarlych.html
https://wroclaw.tvp.pl/56544419/23102021-2130,   ab min 2:40
https://wroclaw.tvp.pl/56543157/23102021-1830, ab min 6:30
https://wroclaw.tvp.pl/56562900/odslonieto-nowa-plyte-nagrobna-na-miejscu-pochowku-carla-hauptmanna, Video ansehen
https://www.facebook.com/MiastoSzklarskaPoreba/videos/2682158058745041/ Interview mit unserem Mitglied Robert Wollny

Bericht: Friedemann Scholz

Fotos: Hanna Szurczak, Robert Kotecki, F. Scholz
https://24jgora.pl/artykul/mieszkancy-szklarskiej/1226097

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Friedhof Nieder- Schreiberhau. Ein weiterer Baustein zur Wiederherstellung.

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Endlich war es soweit. Nach monatelanger Zwangspause, mehrmaligen Terminänderungen und großem Organisationsaufwand konnten wir vom 1.- 3. Oktober unseren zweiten Einsatz auf dem ehemaligen evangelischen Friedhof in Niederschreiberhau durchführen. Dazu reisten allein 20 Mitglieder und Freunde unseres Landesverbandes nach Schreiberhau und nahmen dort in verschiedenen Pensionen Quartier. Wir begannen am Freitagmittag unsere Arbeit auf dem Friedhof, diesmal war der untere Teil Schwerpunkt des Einsatzes. Die Stadtverwaltung hatte schon im Vorfeld Schneid- und Mäharbeiten durchgeführt und den angefallenen Grünschnitt entsorgt. 13 Uhr wurden uns die nötigen Werkzeuge vom Grünanlagenamt gebracht. Zur gleichen Zeit bekamen wir auch einen Minibagger samt Fahrer für unsere Arbeit. Dies sollte uns die anstehende Bergung größerer Grabsteine enorm erleichtern. Der Baggerfahrer selbst erwies sich als ein Glücksfall. Er konnte nicht nur die deutsche Sprache, sondern war mit größtem Eifer bei der Sache. Unsere Begeisterung schien ihn angesteckt zu haben. Am ersten Tag arbeitete unsere „Delegation“ bis 18 Uhr allein auf dem Friedhof. Den Abend ließen die meisten gemeinsam bei Speis‘ und Trank in der „Iser- Baude“ ausklingen.
Robert Wollny und ich fuhren an dem Abend noch zur Eröffnung der Jahresversammlung des VSK (Verein zur Pflege schlesischer Kultur und Kunst) nach Lomnitz. Dessen Vorstand hatte uns  eingeladen, da der VSK den Friedhof Nieder- Schreiberhau als großes Projekt in seinen Arbeitsplan aufgenommen hat. So konnten wir uns davon überzeugen, daß es schon die ersten Entwürfe für eine nachhaltige Entwicklung des Friedhofes zu einer Kunst- und Kulturstätte gibt. Das Riesengebirgsmuseum Hirschberg, die Stadt Schreiberhau und der VSK ziehen dabei an einem Strang. Nach vielen Jahren halbherziger Versuche, gibt es jetzt eine Perspektive. Wir dürfen uns sehr freuen, daß unsere Initiative 2020, der erste größere Arbeitseinsatz, dieses geplante Projekt angeschoben hat. Unser Anteil am Erfolg sollte bei der weiteren Entwicklung nicht vergessen werden. Dies baten wir unsere Gesprächspartner an dem Abend.
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Am Sonnabend den 2. Oktober begannen wir gegen 9 Uhr mit den Arbeitsplanungen für den Tag. Der Bagger mit seinem Führer war auch wieder zur Stelle. Um 10 Uhr eröffnete Janusz Lichocki, der Präsident des Stadtrates, offiziell den Arbeitseinsatz. Er vertrat den Bürgermeister, der noch im Urlaub war. Außer uns fanden sich noch 20 polnische Helfer auf dem Friedhof ein, die meisten waren Mitarbeiter in städtischen Ämtern. Robert Wollny vertrat unseren Verein und Gruppe, dolmetschte und übergab einen Wimpel unserer Landsmannschaft für den Plenarsaal im Rathaus. Außerdem brachten wir einen Mohn- Streuselkuchen als Geschenk mit. Beide Gaben wurden sehr gewürdigt. Nach den kurzen Ansprachen fanden sich schnell einzelne Arbeitsgruppen zusammen. Weitere Unterstützung erhielten wir von der städtischen Feuerwehr. Mit einem Löschfahrzeug stellte sie die Wasserversorgung für den Dampfreiniger zur Verfügung. So wurde der Tag zu einem großen Erfolg. Die Bilanz der Arbeiten kann sich sehen lassen. Ca. 180 Grabsteine konnten geborgen und aufgestellt werden. Sie verraten nun wieder die Namen der Verstorbenen und gaben ihnen damit ihre Würde zurück. Viele einzelne Fragmente anderer Gedenksteine oder Grab- und Gruftanlagen wurden freigelegt. Eine Familiengruft wurde wieder mit ihrer Originalplatte verschlossen. Diese wurde aus dem Inneren der Gruft geborgen. Sie wurde mit dem Bagger herausgehoben. Viele Müllsäcke wurden gefüllt und geborgenen Grabsteine gesäubert. Bei den Arbeiten wurden auch immer wieder Entdeckungen gemacht. Wir fanden die Überbleibsel der Ascheurne von Erich Opitz, der in Schreiberhau eine Pappe- und Kartonagenfabrik besaß (heute Energiemuseum). Der Grabstein von Paul Jarke wurde geborgen, der das erste Kaufhaus in Schreiberhau führte (heute Sikorski Str. 1). Das Familiengrab Frey wurde entdeckt. Die Familienmitglieder beaufsichtigten über Generationen die Wälder der Schaffgotschs (Recherche von Stadtverwaltung Schreiberhau). Und erneut entdeckten wir Gasschleifer und Glasschleifermeister, Post- und Oberpostschaffner, einen Rechnungsrat usw. Weiteres wird die genaue Untersuchung der Steine hervorbringen.
Noch immer sind nicht alle Arbeiten für uns erledigt. Darum kehren wir vom 22.-24.10. erneut nach Schreiberhau zurück. Einige größere Steine harren noch der Bergung, die Reinigung der Grabsteine ist nicht abgeschlossen. So werden wir bei einem letzten Einsatz erneut die Hilfe des Baggers und der Feuerwehr brauchen.
16 Uhr endete der Arbeitstag mit einem gemeinsamen Grillen an der Iser- Baude mit einem Faß Freibier für die durstigen Kehlen. Unterbrochen wurde die Abschlußveranstaltung mit einem Besuch der ältesten katholischen Kapelle in Schreiberhau, die sonst nicht öffentlich zugänglich ist und auf Restaurierung wartet. 1610 gebaut und evangelisch, wurde sie 13 Jahre später durch die Gegenreformation katholisch. Das Innere ist protestantisch schlicht gehalten. Die Ausstattung wurde nach 1945 in die größere, in deutscher Zeit evangelische Kirche verbracht, die katholisiert wurde. Bei einer Restaurierung der Kapelle soll die ursprüngliche Ausstattung wieder zurückkehren.
Unser gemeinsames Beisammensein endete gegen 20 Uhr. Mit herzlichen Grüßen und Wünschen gingen wir auseinander, es gibt ja bald ein Wiedersehen. Während des Einsatzes begleitete uns ein Reporter der regionalen Nachrichten, ein anderer führte ein Interview mit unserem Mitglied Robert Wollny. So eine positive öffentliche Aufmerksamkeit wünschten wir uns auch im eigenen Land.
Der Sonntag wurde von unseren Teilnehmern ganz verschieden genutzt. Kurzfristig bat der Bürgermeister um eine kurze Zusammenkunft, um sich persönlich bei uns zu bedanken. Gleich nach der Rückkehr aus seinem Urlaub war es ihm eine Herzensangelegenheit. Einige Mitglieder waren bereits abgereist, um dem Schlesischen Bierfest in Görlitz beizuwohnen. Ich dokumentierte alle geborgenen Grabsteine fotografisch. Sieben Mitglieder nahmen noch gemeinsam an einer kurzen Wanderung zum Moltkefels teil.
Auch diesmal gewährte uns Rübezahl ein herrliches Bergwetter mit Sonnenschein und blauem Himmel. Das Wochenende wäre auch ohne eine finanzielle Förderung durch das Sächsische Ministerium des Innern nicht möglich gewesen. Großer Dank gilt unseren Spendern für das leibliche Wohl der Teilnehmer. Der Hübner- Bäcker aus Horka spendierte den Kuchen, die Hoffleischerei Pusch aus Dorf Wehlen die Wurst. Es blieb kein Streusel und kein Zipfel Wurst übrig, das spricht für sich……
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Hier noch zwei Verweise zu Berichten unseres Arbeitseinsatzes auf polnischen Netzseiten.                             
http://www.szklarskaporeba.pl/de/ereignisse/archiv-der-ereignisse/allgemeine-informationen/4773-cmentarne-porzadki.html

 

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Kleiner polnischer Verein weckt deutschen Friedhof aus dem Dornröschenschlaf

Pfaffendorf / Kreis Liegnitz entsprach territorial in etwa der heutigen Vorstadt von Legnica. Von dem ehemaligen Dorf, welches teilweise schon im 19. Jahrhundert in die Stadt eingegliedert wurde, sind noch die Häuser und der Friedhof erhalten. Manche der Gebäude sind in einem relativ guten Zustand. Das Schicksal des Friedhofes - ein sehr bedrückendes - ähnelte dem Schicksal anderer seiner Art in ganz Niederschlesien.

1923 informierte der Landrat des Kreises Liegnitz das niederschlesische Konsistorium, dass man sich in Anlehnung an die Anordnung des Regierungsbezirkspräsidenten vom 15.02.1908 für die Gründung eines städtischen Friedhofes entschieden hatte, welcher zukünftig im Besitz der Dorfgemeinde Pfaffendorf sein würde.

Auf diesem Friedhof sollten die Einwohner evangelischen Bekenntnisses begraben werden, die der Liebfrauenkirchgemeinde Liegnitz angehörten sowie die der katholischen Johanneskirche daselbst. Das Grundstück unterstand dem Verwalter Schiller, der sein Amt bis 1951 ausübte (das Jahr ist leider durch kein Dokument belegt). Die offizielle Schließung des Friedhofes fand am 30.11.1965 laut Beschluss des Gromada Volksrates in Rzeszotary statt. Er existierte also 42 Jahre, wobei hier tatsächlich nur über 28 Jahren lang Menschen begraben wurden. Doch wurde der Friedhof ein Geschichtszeugnis, wie keine der älteren Nekropolen es vorweisen kann. Und dies infolge der Tatsache, dass das Ende des 2. Weltkrieges als eine der Konsequenzen die Änderung des Verlaufes europäischer Grenzen mit sich brachte: So ging das deutsche Niederschlesien in polnisches Gebiet über. Millionen Deutsche mussten ihre Wohnorte verlassen, in denen sie ihre Häuser, Haushalte oder Werkstätten hatten, und ebenso Kirchen und Friedhöfe. Die neuen Eigentümer waren meist Polen aus dem Osten, die man ebenfalls gezwungen hatte, ihre Wohnorte zu verlassen. Sie wurden nun in den ihnen von der Verwaltung zugewiesenen Ortschaften ansässig. Dies geschah auch in Pfaffendorf, das nach dem Krieg den polnischen Namen Piątnica erhielt.

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Den neuen Bewohnern gelang es, sich in den verlassenen Häusern einzuleben, doch den Friedhof akzeptierten sie nicht. Die letzte dort begrabene Person war eine Autochthone, eine Deutsche, die aus unbekanntem Grund trotz Ausweisung in ihrem Hause verblieben war. Laut Berichten der polnischen Einwohner starb sie im Jahr 1950 oder 1951. Ihr Name war Anna Winkler. Die alleinstehende ältere Frau wurde von den polnischen Nachbarn mit Lebensmitteln versorgt, man mochte sie und sie war willkommen. Die neue Dorfgemeinschaft erhielt sie deshalb in Erinnerung. Sie wurde auch auf dem Weg zur letzten Ruhestätte würdig begleitet.

Die „Politik des Vergessens“ in Bezug auf die deutsche Geschichte Niederschlesiens wurde zentral gesteuert. Bis 1972, bevor die Grenzen für den neuen Deutschen Staat DDR geöffnet wurden, waren die Anweisungen eindeutig: Die deutschen Friedhöfe waren ein Problem. In der polnischen Kultur werden die letzten Ruhestätten mit großer Achtung behandelt. Es hatte sich aber in den Nachkriegsjahren schnell herausgestellt, dass dies nur für polnische Friedhöfe demonstriert wird. Die deutschen Friedhöfe gerieten in Vergessenheit und verfielen. Die Gräber wurden geschändet, es wurde nach Wertvollem gegraben.

Ähnlich erging es auch dem Friedhof in Piątnica. Viele Grabsteine verschwanden, die Marblitplatten wurden zerstört, die Kreuze aus Gusseisen gestohlen. Dennoch ist der architektonische Entwurf des Platzes erhalten geblieben, obwohl das unkontrolliert wuchernde Grüne die Fragmente der Gräber verdeckte.

Der Friedhof in Piątnica wurde um das Jahr 2016 von Marek Rabski - einem Historiker, Hochschullehrer und Tourismusaktivisten - wiederentdeckt. Er hatte sich als Ziel gesetzt, diesen Ort wieder ans Tageslicht der Erinnerung zu bringen. Die informelle Gruppe „In Memoriam Liegnitz” setzte seine Bemühungen fort, danach kümmerte sich seit Januar 2020 der Verein TILIAE um den Friedhof, diese Bemühung dauert bis heute an.

Der Verein TILIAE wurde offiziell am 10.07.2020 gegründet, doch die Arbeiten auf dem Friedhof wurden bereits fortgesetzt, als dies noch eine lose Gruppierung war. Das Fundament des Vereins bilden vier Frauen, die sich mit den vier Linden identifizieren, die in den vier Ecken des Friedhofs wachsen. Ziel der restaurativen Arbeiten ist einerseits das Schützen des Friedhofs vor weiterer Vernichtung, andererseits das Wiederherstellen der Erinnerung an die Vorkriegsgeschichte des Ortes. Die Arbeiten auf dem Friedhof beruhten anfangs auf der Regulierung des Grünen, das integraler Bestandteil der deutschen Friedhöfe ist: Es muss aber regelmäßig gepflegt werden.

Anhand eines Lageplans lässt sich erkennen, wie der Raum geplant wurde: Der Hauptweg spaltet das Areal in zwei gleiche Teile. Die Bäume spenden gleichmäßigen Schatten und deshalb ist es hier sogar an heißen Tagen angenehm. Die heutigen Bewohner erinnern auch an Thujen (Lebensbäume), die entlang der großen Allee gepflanzt wurden, doch leider sind sie spurlos verschwunden. Es wäre von Vorteil, wenn man darüber Dokumente - beispielsweise Fotos - finden könnte.

Nachdem die verwilderten Flieder- und Ligusterbüsche beschnitten wurden, musste das mit großem Wurzelsystem wuchernde Gras entfernt werden. Im Endeffekt sollte der Platz für das Aussäen des neuen Grases vorbereitet werden. Bei dieser Arbeit gab es unverhoffte Entdeckungen. Man fand Marblitfragmente und Teile von Porzellantafeln und Kreuzen sowie vollständige Kreuze aus Gusseisen. Selbstverständlich wurde nur wenig Intaktes vorgefunden, doch auch unvollständige Fundstücke bereiten Entdeckerfreude, weil sie viel über die Begräbniskultur der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts aussagen.

Der nächste Schritt bestand darin, die noch erhaltenen Grabsteine zu reparieren. Die Mehrheit der vertikalen Elemente wurde bei der Verwüstung von den Sockeln hinuntergestoßen. Jetzt mussten die Sockel in die Waagerechte gebracht und danach die Platten darauf befestigt werden. Bei einzelnen Grabsteinen ist das nicht so kompliziert, doch es wurden auch einige Erbbegräbnisse gefunden, zu deren Reparatur wegen des Gewichtes ein Bagger zuhilfe genommen werden musste.

Die Renovierung der aufgefundenen Steine und Gusseisenelemente ist besonders wichtig. Es ist wohl möglich, Marblit- oder Porzellanelemente zusammenzufügen, falls es gelang, wesentliche Fragmente der Platten zu finden. Es wird jedoch nicht möglich sein, sie an ihre ehemaligen Plätze zu stellen, da die Fragmente über das ganze Gelände verstreut wurden. Vielleicht kann man sie in Zukunft in einer Art Lapidarium oder wie eine Ausstellung zeigen. Wenn Fotos existieren, anhand deren man erkennen könnte, wie der Friedhof ursprünglich aussah und wo die einzelnen Grabsteine standen, könnte man die Fundstücke zumindest teilweise zuordnen.

Das erste Jahr des Friedhofschutzes wurde mit dem Kennzeichnen des Zufahrtswegs abgeschlossen. Dank dessen kann er schneller und einfacher gefunden werden. (Er liegt tief im Hinterhof zweier Privatgelände und ist nicht so leicht einsehbar.) Nun wird der Friedhof nicht nur ein Ausflugsziel der Stadtbewohner, sondern auch für die Geschichtsliebhaber ganz Legnicas.

Parallel zu den Aufräumarbeiten auf dem Friedhof wurde die Recherche in den Archiven fortgesetzt, um an die ehemaligen Bewohner Pfaffendorfs erinnern zu können. Dank dieser Recherchen werden Artikel verfasst, die u.a. über Familienbeziehungen, verbreitete Berufe oder interessante Plätze erzählen. Jede Erinnerung an die Jahre, die über den historischen Austausch der lokalen Gemeinschaft hinausgeht, ist sehr wertvoll. Jene Leser, die über Dokumente, Fotos oder Erinnerungen verfügen und diese mit uns teilen möchten, werden gebeten via Email (stowarzyszenie.tiliae@gmail.com) mit dem Verein TILIAE in Kontakt zu treten.                                                                                                        
 
Hanna Szurczak

 

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Initiative für Erhalt und Revitalisierung des evangelischen Friedhofs in Nieder- Schreiberhau- Grenzübergreifende Zusammenarbeit der LM Schlesien und Schlesierfreunden mit der Gemeinde Schreiberhau

Der spontanen Kontaktaufnahme eines unserer Mitglieder mit dem Bürgermeister der Gemeinde Schreiberhau im November 2019 und der daraufhin erfolgten Planung eines gemeinsamen Arbeitseinsatzes verdanken wir eines unserer erlebnis- und erfolgreichsten Wochenenden. Eigentlich war diese Aktion bereits für das Frühjahr geplant, musste aber aus dem bekannten Grunde abgesagt werden. Nach der lang erwarteten Grenzöffnung einigten wir uns mit dem Bürgermeister, Herrn Miroslaw Graf, auf einen zweiten Versuch am Wochenende des 18.- 20. September. Er war von Beginn an sehr offen für unser Anliegen. Im Vorfeld wurden von Mitarbeitern der Stadt Aushänge getätigt, welche die Einwohner zur gemeinsamen Mitarbeit am bilateralen Arbeitseinsatz aufriefen. Sehr hilfreich waren die notwendigen Vorarbeiten wie Mähen und Bäume ausästen, welche viel Arbeit abnahmen und die Konzentration auf das Eigentliche ermöglichte.
Bereits am Vormittag des 18.9. begannen die Mitglieder unserer Landsmannschaft sowie die Schlesierfreunde eigenständig mit dem Arbeitseinsatz. Zuvor begrüßten uns die Mitarbeiter des Kulturzentrums. Der zuständige Leiter des Betriebsamtes übergab uns erforderliche Werkzeuge und Arbeitsmittel. Zwei Großcontainer für den Baumschnitt wurden ebenso bereitgestellt. Bei herrlichem Wetter konnten wir sofort mit der Beräumung der oberen Hälfte des Friedhofs beginnen. Bis zum frühen Nachmittag waren die Container schon befüllt, nach Gesamteinsatz sogar überfüllt, so dass weitere Abfälle dann auf einer Nebenfläche deponiert werden mussten. Anschließend bildeten wir drei Gruppen für die weiteren Arbeiten. Zwei von ihnen übernahmen das Freilegen, Bergen, Aufstellen und Sichern von vorhandenen Grabsteinen. Die dritte Gruppe säuberte diese und half beim Sichtbarmachen der Inschriften. So arbeiteten wir bis nach 17 Uhr, unterbrochen von einem Mittagsimbiss mit Getränken in der nahegelegenen „Iserbaude“, welchen die Gemeinde für uns zur Verfügung stellte. Nach diesem ersten Tag waren schon erste sichtbare Ergebnisse zu verzeichnen. Bei einem selbstbereiteten und ausgiebigen Abendbrot in unserer Unterkunft ließen wir den Tag in der „Iserbaude“ in geselliger Runde bei Bier und Gesang ausklingen.
Gespannt erwarteten wir am Sonnabend 10 Uhr die offizielle Eröffnung des Friedhofseinsatzes durch den Bürgermeister. Wie viele Einwohner werden wohl den Weg finden, um die Aktion zu unterstützen? Haben die jetzigen Einwohner überhaupt Interesse an einem evangelischen deutschen Friedhof? Seit 9 Uhr arbeiteten wir bereits wieder auf jenem. Über die Resonanz waren wir positiv überrascht, denn einige Mitarbeiter der Gemeinde und mehrere Einwohner waren dem Aufruf gefolgt und so fanden sich gegen 10 Uhr ca. 20 Freiwillige auf dem Friedhof ein. Ein Reporter der regionalen Presse dokumentierte die Eröffnungsveranstaltung sowie den Arbeitseinsatz, an welchem sich nunmehr über 30 Helfer beteiligten. Inzwischen ist ein Bericht des gemeinsamen Einsatzes auf der offiziellen Netzseite der Stadt Schreiberhau zu lesen (http://www.szklarskaporeba.pl/de/ereignisse/archiv-der-ereignisse/18-informacje/4518-memento-maiorum-tuorum.html). Pünktlich eröffnete der Bürgermeister den gemeinsamen Arbeitseinsatz zur Revitalisierung des Friedhofs. In seiner kurzen Ansprache dankte er uns außerordentlich für unsere zündende Initiative und Engagement, die ihn von der Ernsthaftigkeit unserer Bemühungen überzeugte. Durch diesen gemeinsamen Einsatz geht auch ein starkes Zeichen an die zuständigen Denkmalpfleger, die endlich mehr für den Erhalt und die Restaurierung des Friedhofs tun sollten. Unser Mitglied Robert Wollny übernahm die Rolle des Dolmetschers und stellte unsere Gruppe den polnischen Teilnehmern vor. Als Gastgeschenk überbrachten wir dem Bürgermeister ein großes rundes Brot mit der Verzierung „Danke“ in polnischer Sprache, außerdem je einen Klecks-, Streusel-, Mohn- und Heidelbeerkuchen für die gesamte Gemeinde. Unsere Geste wurde sichtlich bewegt aufgenommen.
Nach der gegenseitigen Begrüßung aller Teilnehmer nahem wir Aufstellung für ein Gruppenfoto. Daraufhin bildeten sich schnell gemischte Gruppen, die auf das gesamte Areal verteilt wurden. Nun konnte auch die untere Hälfte des Friedhofs in Angriff genommen werden. Dort begann die Räumung von Baum- und Grasschnitt sowie Glas- und Kunststoffmüll. Auf diesem Teil wurden im Anschluss ebenfalls schon erste Grabsteine freigelegt und geborgen. Im oberen Teil setzten wir die Arbeiten vom Vortag fort, wagten uns mit Hilfe eigener „Hebetechnik“ und der erlernten Hebelgesetze auch an größere Grabsteine heran. Mit der Motorsense entfernten wir den letzten Streifen Buschwerk, in dessen Bereich noch mehrere Grabmale sichtbar wurden. Manchmal fanden wir auch die ursprünglich auf dem Grab angebrachten gusseisernen Grabstellennummern. Mit Hilfe dieser werden wir im vorhandenen Grabstellenbuch  (http://jbc.jelenia-gora.pl/publication/27789/edition/25956/grabstellenbuch-im-original-von-nieder-schreiberhau-dokument-elektroniczny?language=pl) von Nieder- Schreiberhau nach den zugehörigen Namen suchen. Jeder neu geborgene Stein wurde nach seiner Reinigung begutachtet. Jahrzehntelang lagen diese Grabsteine auf ihrem „Gesicht“, waren nicht zu lesen. Nun endlich zeigten sie uns Namen und oft auch die Berufe der Verstorbenen. Apotheker, Doktor, Fuhrwerksbesitzer, Gastwirt, Hotelbesitzer, Glasschleifermeister, Glaspacker, Prokurist, Postagentin, Hotelbesitzer, Bäcker, Fleischer, Hausbesitzer, Landwirt, Kaufmann und sogar den Rentenempfänger- das ist eine Auswahl der Berufe, die wir fanden. Mit jedem wieder sichtbar gemachten und aufgestelltem Stein erhielten die Verstorbenen ihre Würde und ihren Namen zurück. Während des Arbeitstages bekamen wir auch Besuch von einem 1939 in Schreiberhau geborenen Herren. Er nahm 6 Stunden Autofahrt auf sich, um an diesem Tag dabei sein zu können. Sehr emotional und dankbar verfolgte er unsere Arbeiten, so manche Träne konnte er verständlicherweise nicht verstecken. Gegen 15 Uhr endete der Arbeitseinsatz offiziell und alle Beteiligten nahmen die Einladung zum gemeinsamen Grillen in der „Iserbaude“ an. Schmackhafte, kalorienreiche Würste brutzelten auf dem Grill, unser Begrüßungsbrot wurde vom Bürgermeister aufgeschnitten. Zwei der gesponserten Kuchen gingen reihum. Da sich in unseren Reihen vier sprachkundige Mitglieder befanden, entwickelte sich eine lebhafte Unterhaltung zwischen den polnischen und deutschen Beteiligten des Arbeitseinsatzes. Durch das Ergebnis des Tages sichtlich beeindruckt, machte der Bürgermeister ("Endlich erkennt man wieder einen Friedhof") spontan den Vorschlag, voraussichtlich am 7./8.11.20 einen fortführenden Arbeitseinsatz zu organisieren. Wir besprachen mit ihm die weiteren Schritte für die Arbeiten, nötige Technik für die Hebung der großen, schweren Grabplatten sowie Baumfällungen.
Von unserer Seite versicherten wir ihm eine stetige Unterstützung bei dem Friedhofsvorhaben. Mit dem erreichten Ergebnis der zwei Tage im Rücken, wird Herr Bürgermeister Graf dem Denkmalamt starke Argumente für eine beschleunigte Sanierung des Friedhofs liefern können. Nach der Verabschiedung aller gegen 16 Uhr und nochmaligem Dank für das Geleistete löste sich unsere Schar auf. Einige unserer Mitglieder gingen noch einmal auf den Friedhof zurück und erledigten restliche Arbeiten. Dabei überraschte uns der Anwohner eines benachbarten Grundstücks mit der Übergabe einer zerbrochenen Grabtafel, die bei ihm viele Jahre auf dem Boden lagerte. Eine andere Bewohnerin informierte über einen Grabstein auf ihrem Dachboden. Wir versprachen ihr, diesen bei unserem nächsten Aufenthalt in Schreiberhau abzuholen und auf den Friedhof zurückzubringen. Den vorerst letzten Abend verbrachten wir in geselliger Runde.  Auch unser Pensionswirt hatte eine Überraschung - er übergab uns eine Probe seiner schmackhaften Backkunst. Vor dem Umbau zur Pension war der Bäckereiberuf sein Broterwerb.
Der Sonntag begann noch einmal mit dem gemeinsamen Frühstück unserer Mitglieder und Freunde. Danach begann für die meisten der Aufbruch nach Hause. Ich persönlich nutzte den Vormittag zu einem ausführlichen Rundgang auf „unserem“ Friedhof, bei dem ich noch viele Fotos machte. Dem Carl und Gerhard Hauptmann- Haus in Schreiberhau stattete ich noch einen Besuch ab und danach ging es auch für mich zurück.
Dieser Bericht wäre nicht vollständig, ohne die Würdigung der Unterstützer unserer Aktion. Sie haben es mit ermöglicht, diesen Arbeitseinsatz zu einem großen Erfolg werden zu lassen. Darum bekommen sie hier ihren verdienten Platz.
Zunächst möchten wir uns beim Sächsischen Staatsministerium des Innern mit dem sächsischen Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Herrn Dr. Jens Baumann, für die erstmalige Förderung unseres Projektes herzlich danken. Wir hoffen auf eine weitere gute Unterstützung.
Ein Riesendank gilt unserem Mitglied Armin Hübner, dem Hübner- Bäcker aus Horka bei Niesky (http://www.-baecker.de). Er unterstützte uns mit schlesischem Kuchen als Gastgeschenk und zur Wochenendverpflegung. Außerdem spendierte er das Begrüßungsbrot für den Bürgermeister der Gemeinde und zwei „Dreipfünder“ für das Abendbrot.
Und damit wir etwas auf der „Bemme“ haben, stellte uns unser Mitglied Roberto Pusch Wurstwaren aus der eigenen Produktion seines Hofladens zur Verfügung. Auch dafür ein großes Dankeschön. Ein besonderer Dank gilt unserem Mitglied Robert Wollny für seine professionelle Kontaktaufnahme mit der Gemeinde Schreiberhau, seiner perfekten Organisation bei unserem Aufenthalt und seinen Diensten als Übersetzer.
Herzlichen Dank unserem Quartiergeber in der „Alten Bäckerei“.                                                                                                                     
Ein großer Dank gilt dem Bürgermeister Miroslaw Graf und seinen Mitarbeitern für die geleisteten Vorarbeiten, die Verpflegung mit Getränken und Imbiss, der Bereitstellung von Werkzeugen und Arbeitsmitteln, für ihre Gastfreundschaft, das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Wir sind uns an dem Wochenende nähergekommen und auf dem Weg, verlässliche Freunde zu werden.
Wir kommen gern wieder!!!                                                                                                                                                                                                    
Tausend Dank unseren Familien, die wieder einmal ein Wochenende ohne uns auskommen mussten.
Danke an unsere eingearbeitete, verschworene Truppe, die wirklich Außergewöhnliches geleistet hat.
nd letztlich Dank dem „Herrn der Berge“ Rübezahl, der bei unserem Herrgott das herrliche Wetter bestellt hat. 

Friedemann Scholz

Bildergalerie vom Einsatz - für größere Bilder auf die Galerie klicken

 

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Übergabe gespendeter Schulbücher in Seitsch (Siciny)
Am Mittwoch, dem 12.August 2020, konnte unser Mitglied Andreas Grapatin der Schule in Seitsch (Guhrauer Land) im Namen der Spender eine umfangreiche Buchschenkung übergeben. Sechs Kisten umfasste die Lieferung. Die Bücher werden im Unterricht und in der Schulbibliothek ihren Platz finden. Es handelt sich um ganze Klassensätze Schulbücher zum Deutschunterricht sowie verschiedene Märchen- und Kinderbücher zur Vertiefung der Lernergebnisse. Die Direktorin und die Deutschlehrerin der Schule nahmen die Bücher in Empfang und bedankten sich für diese großzügige Gabe. Eine offizielle Würdigung unserer Spendenaktion soll nach Ende der Beschränkungen wegen dem C- Virus erfolgen. Allen Spendern, die diese Aktion unterstützten sei an dieser Stelle auch von uns noch einmal herzlich gedankt. Ein besonderer Dank gebührt dabei den Kindern und Lehrern der Friedrich- Märkel- Grundschule in Stadt Wehlen mit ihrer Schulleiterin Frau Rahm. Sie wünschten den Schülern in Seitsch in einem Begleitschreiben viel Freude beim Lesen und dem Erlernen der deutschen Sprache. Das genannte Schreiben trägt außerdem die Unterschrift des Wehlener Bürgermeisters Klaus TittelAshampoo_Snap_2020.09.21_05h52m02s_021_.
Wir sind an einer laufenden Fortführung dieser Hilfe interessiert. Bitte stellen Sie weiterhin Bücher dafür zur Verfügung und benennen Sie Schulen in Schlesien, die ebenfalls von dieser Spendenaktion profitieren sollten.

Friedemann Scholz

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Sibyllenort (Szczodre)- Sächsisch/ Schlesische Geschichte

Am 28. Juli 2020 trafen sich Vorsitzender und einige Vertreter der LM Schlesien/ LV Sachsen mit dem sächsischen Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Dr. Jens Baumann, zu einem „Arbeitsgespräch“ im Innenministerium. Dabei wurden mehrere Projektvorschläge der LMS auf eine Realisierung geprüft. Es kamen u.a. die laufenden und zukünftigen Einsätze auf den ehemaligen evangelischen Friedhöfen in Giersdorf bei Bunzlau, Sibyllenort und Schreiberhau zur Sprache. Weitere Ideen betrafen die Teilnahme am „Tag der Sachsen“ sowie einem zukünftigen Büro in Görlitz. Ein weiterer lang gehegter Wunsch der LM Schlesien ist die Bereitschaft, bei der Revitalisierung des Schlossparks in Sibyllenort mitzuwirken. Hier wurden verschiedenen Ansätze und Möglichkeiten besprochen. Dr. Baumann stimmte mit uns überein, dass Sibyllenort ein geschichtsträchtiger Ort Sachsens und ein passendes Verbindungsglied zu Schlesien ist. In Sibyllenort starb 1932 der letzte sächsische König Friedrich August III. So wurden wir uns einig, die verantwortliche Gemeinde Langewiese (Dlugoleka) zu kontaktieren und ein Interesse an einer Zusammenarbeit zu erfragen. Frau Koziolek- Beier übernahm diese Aufgabe und stieß mit unserer Bereitschaft zur Partnerschaft in Langewiese auf offene Ohren. Die Gemeinde lud uns darauf hin zu einem Besuch am 14. September nach Sibyllenort ein.
Eine Delegation unter Leitung des Bürgermeisters Wojciech Blonski empfing Dr. Baumann und uns, als Vertreter der LM Schlesien, im Schlosspark zu einem ausgiebigen Rundgang. 2019 wurde der Park, ehemals 23000 Hektar Fläche, in einem ersten Abschnitt revitalisiert. Nach 1945 verwilderte er völlig und diente vor allem als Müllkippe und Spekulationsobjekt. Jetzt entstanden zwei große Spielplätze, ein Labyrinth, Sportplätze, Liegewiesen mit Ruhebänken, Plätze für Angler an den Wasserläufen und dem ersten wiederhergestellten Teich. Die eingefassten Wege säumen Informationstafeln, die leider nur in der Landessprache verfasst sind. Der Park spricht somit viele junge Familien an und wird sicher zukünftig für die Einwohner Breslaus ein lohnendes Ziel werden. Schließlich liegt Sibyllenort vor der Haustür der schlesischen Hauptstadt. Der Bürgermeister erläuterte seine weiteren Ausbaupläne für den Park. Dazu gehört ein Komplex mit Hotel, Gaststätten, Biergarten, der aber in der Hand der Gemeinde bleiben soll und verpachtet wird. Außerdem warten noch weitere Parkflächen auf die Revitalisierung. Ein großer „Schandfleck“ ist leider unübersehbar. Die Schlossreste des ehemaligen „Schlesischen Windsor“ und das dazugehörige Grundstück bieten einen traurigen Anblick. Die genannte Fläche befindet sich in privater Hand. Am Anfang der 1990-er Jahre an einen Italiener verkauft, ging das Grundstück über drei weitere Besitzer jetzt an einen Breslauer Eigentümer. Die Gemeinde möchte dieses gern wieder in ihren Besitz bringen und auch dort investieren. Im übriggebliebenen Theaterflügel des Schlosses könnten dann Eigentumswohnungen entstehen. Außerdem gibt es Pläne, ein paar Anbauten im Stil des ehemaligen Schlosses zu realisieren. Sechs Prozent des ehemaligen Schlosses sind mit dem Theaterflügel also noch sichtbar. So kann man die wahre Größe dieses verlorenen Schlosses nur erahnen. Solange das Schlossgrundstück noch in privater Hand ist, können die Ideen der Gemeinde und auch unsere Vorschläge zur Gestaltung der Fläche nicht umgesetzt werden. Gedacht hatten wir an eine große Informationstafel, die die ehemalige Größe des Schlosses zeigt oder auch die Hilfe bei der Rekonstruktion des großen Springbrunnens an der ehemaligen Schlossmitte. Laut Aussage des Bürgermeisters würden alle erforderlichen Leitungen noch vorhanden und funktionstüchtig sein. Im Park befindet sich noch ein paar weitere Denkmale. Ein Kriegerdenkmal des ersten Weltkrieges steht im Wald in der Nähe des Besucherparkplatzes. Die Tafeln mit den Namen der Gefallenen und weitere Teile wurden entfernt. So steht nur noch der Obelisk. Im Teil des Parkes, der dem Staat gehört, findet man auch das Denkmal für König Albert I von Sachsen, was ihm seine Frau Carola an seinem Lieblingsplatz anlässlich seines Todes 1902 errichten ließ. Auch dieses Denkmal und sein Umfeld sind stark restaurierungsbedürftig. Das wäre als ein Projekt unserer Landsmannschaft mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates denkbar.Ashampoo_Snap_2020.09.21_05h47m47s_020_
Zu erwähnen sind einige wuchtige alte Eichen im Park von Sibyllenort. Diese Bäume erhielten, laut Überlieferung, von Friedrich August III die Namen von früheren Hofbeamten. Mit ihnen unterhielt er sich bei seinen Spaziergängen. Dichtung oder Wahrheit?
Nach dem informativen und beeindruckenden Rundgang durch die wiederhergestellten Parkflächen lud der Bürgermeister noch zu einem Mittagessen in ein nahegelegenes Hotel ein. Dabei tauschten wir Eindrücke aus und erfragten, in welcher Form wir unterstützen könnten. Ungewöhnlich war die Entgegnung des Bürgermeisters. Er sagte: „Beim ersten Besuch spricht man nicht über Geld. Man lernt sich kennen. Projektideen sollen in Ruhe konkretisiert werden und bei einem zweiten Besuch erörtert werden“. So werden wir uns im Oktober wieder zusammensetzen und einen Vorschlag für ein erstes Projekt erstellen.
Die Gemeinde Langewiese (Dlugoleka), zu der Sibyllenort gehört, zählt übrigens 30000 Einwohner und hat die flächenmäßige Größe von Breslau.
Die anwesenden Mitglieder der LM Schlesien überreichten zum Abschluß des Gesprächs Herrn Bürgermeister Blonski ein Buch über den letzten sächsischen König Friedrich August III. Darin wird ausführlich auch sein langjähriger Aufenthalt im Schloß Sibyllenort beschrieben.          Unser besonderer Dank für den gelungenen Tag gilt an dieser Stelle noch einmal unserem Mitglied Silvia Koziolek- Beier für Ihre Arbeit. Sie hat nicht nur den Kontakt zu Bürgermeister und Verwaltung hergestellt, sondern auch sämtliche Übersetzungsarbeiten im Vorfeld und am Tag übernommen. Herzlichen Dank auch an Herrn Dr. Jens Baumann für seine Unterstützung und Zustimmung zu unserer Projektidee. Wir sind dankbar, daß unser angedachtes Engagement in Sibyllenort überzeugen konnte.

F. Scholz

 

Evangelischer Friedhof Giersdorf- unser dritter Besuch

Der dritte Einsatz auf dem alten ev. Friedhof in Giersdorf fand am 31.7. und 1.8.2020 statt. Bei diesmal hochsommerlichen Temperaturen gelang es den ehrenamtlichen Helfern, das letzte Drittel der Friedhofsfläche vom Baum- und Buschbewuchs zu befreien. Dabei kam am ersten Tag auch ein professioneller Häcksler zum Einsatz, der den entfernten Wildwuchs in einen großen Berg Häckselschnitzel verwandelte.
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Nun ist das gesamte Friedhofsgelände zu überblicken. Das Unterholz, meist über Jahrzehnte gewachsener Efeu, wartet noch auf einen Rückschnitt bzw. seine Entfernung. Mit diesem freien Blick sieht man auch das gesamte Ausmaß der Zerstörung des Friedhofes nach dem Kriegsende und der Vertreibung seiner eingesessenen Bevölkerung. Unwillkürlich wird man demutsvoll still. Für uns Teilnehmer ist es jedoch auch eine erfüllende innerliche Freude, daß wir zur Wiederherstellung der Würde dieses Platzes und seiner Toten beitragen durften.
Während der Arbeiten kamen wiederholt Besucher auf den Friedhof und schauten sich die Arbeiten an. Familie Puschmann brachte am zweiten Tag Mineralwasser für die Helfer. Herr Puschmann mit seinen 82 Jahren ließ sich dabei eine zweistündige
 Mitarbeit nicht ausreden. Er ist selbst noch in Giersdorf geboren und sein Familiengrab an der Friedhofsmauer ist durch uns wieder sichtbar gemacht worden. Selbst eine Familie aus Holland ließ sich über den Friedhof führen und das Ziel der Arbeiten erklären.
Der große Haufen Häckselschnitzel wurde am zweiten Arbeitstag zum Wegebau eingesetzt. So konnten die Hauptallee und etliche Nebenwege sichtbar und bequemer begehbar gemacht werden.
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Einige umgestürzte Grabsteine wurden noch aufgestellt und freigeschnitten bevor zum Abschluß der Arbeiten der Grill angefeuert wurde. Im Gemeindehaus erwartete uns auch Kaffee und Kuchen. Wir ließen uns nicht lange betteln und danken noch einmal herzlich dafür.
Einige Teilnehmer besuchten um 17 Uhr das Benefizkonzert des Görlitzer Vereins „Ars Augusta e.V.“ mit seiner griechischen Sopranistin Eleni Triada Ioannidou in der Giersdorfer Kirche und unterstützten damit die weitere Renovierung des Gotteshauses durch die deutsch- polnische Stiftung „Kulturpflege und Denkmalschutz“.
Bei den einfachen Grabsteinen aus Sandstein fiel uns eine Eigenartigkeit auf, die wir so von den Friedhöfen anderenorts nicht kennen. Diese Grabsteine sind auf beiden Seiten beschriftet. Die Vorderseite zeigen die Lebensdaten und Namen, auf der Rückseite wird dem Verstorbenen mit ein paar persönlichen Worten gedacht. Gibt es diese Art der Steingestaltung auch auf anderen evangelischen Friedhöfen Schlesiens oder Deutschlands?
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Wir planen noch einen weiteren Einsatz auf dem Friedhof. In einer kleineren Besetzung würden wir gern die noch auf der gesamten Fläche verstreut liegenden Grabsteine bergen und aufstellen sowie zuordnen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Er soll aber über die bekannten Kanäle dann schnell veröffentlicht werden.
6.August 2020- Friedemann Scholz

 

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Arbeitseinsatz „Evangelischer Friedhof Giersdorf“- Juni 2020
Endlich ist die verordnete Untätigkeit vorbei, die Grenze an der Lausitzer Neiße wieder geöffnet. Mitglieder des LV der LM Schlesien und der „Schlesierfreunde“ verabredeten kurzfristig einen Termin zur weiteren Wiederherstellung des alten evangelischen Friedhofes in Giersdorf bei Bunzlau. Unterstützung erhielten wir von Margit Kempgen von der „Kirchlichen Stiftung ev. Schlesien“ und Eleni Ioannidou, Mitglied der deutsch- polnischen Stiftung zum Erhalt der dortigen alten evangelischen Langhans- Kirche. Am 19. und 20. Juni trafen sich die 12 Helfer zum Arbeitseinsatz. Nachdem im vorigen Herbst die Sichtachse und der vordere Teil des Friedhofs beräumt und wiederhergestellt wurde, begannen eine Gruppe diesmal mit dem ersten hinteren Stück. Hunderte wildgewachsene Bäumchen, Gestrüpp, Büsche mussten mit der Motorsäge gefällt werden. Diese schwere Arbeit fand teilweise im strömenden Regen (Sonnabend) statt. Eigentlich sollten die Gehölze gleich gehäckselt werden, leider ließ uns der Technikanbieter im Stich. Trotzdem gelang es, eine große Fläche vom hohen Bewuchs zu befreien, die Ruine der ehemaligen Aussegnungshalle kam mit zum Vorschein. In dem Bereich sind auch deutlich mehr Grabsteine stehen geblieben, als im vorderen Teil mit den größeren Grabanlagen. Die meisten Grabsteine haben die gleiche Form und bestehen aus Sandstein. Sehr interessant, und für uns eine neue Erkenntnis, sind die Kindergräber. Auf dem Friedhof gibt es ein eigenes Feld für diese Gräber. Auch sie besitzen einen Grabstein – nur misst dieser ein Drittel der Größe eines Erwachsenensteins. Was uns bei der Arbeit immer wieder begegnete und verstörte, waren die aufgebrochenen Grüfte, teils mit Gebeinen, teils mit Schutt oder Grabsteinen verfüllt. Was muß vor 75 Jahren für ein Haß auf die Deutschen und ihre Kultur geherrscht haben. Da zerschlugen gläubige Katholiken die Gräber der evangelischen Deutschen, die dort Jahrhunderte lebten und vertrieben wurden. Grüfte wurden geplündert, man gönnte nicht einmal den Toten ihre Ruhe. Gott sei Dank, besinnen sich die jetzigen Bewohner verstärkt auch auf die deutsche Geschichte ihres Ortes.

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Bericht über Fortsetzungsarbeiten auf den Deutsch-Evangelischen Friedhof in Sybillenort 2019

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Der Bericht liegt als PDF-Datei vor. Bitte klicken Sie hier, oder auf das Bild um ihn vollständig zu lesen.

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Zweiter Friedhofseinsatz in Niederschlesien


Am ersten Novemberwochenende trafen sich einige Mitglieder unserer Landsmannschaft sowie deren Sympathisanten im niederschlesischen Giersdorf, um einen weiteren evangelischen Friedhof aus seinem Dornröschenschlaf zu befreien.

Das Dorf befindet sich in der Nähe von Bunzlau und ist durch seine, in der Architektur einzigartige, evangelische Kirche bekannt.
Der ellipsenförmige Bau aus dem frühen Klassizismus wurde zwischen 1796 – 97 von keinem geringeren als dem berühmten schlesischen Architekten Carl Gotthard Langhans erbaut und im Jahre 1872 durch einen Turmanbau erweitert. Im Inneren gab es sogar einen Kamin, welcher dem Adel in der Loge zugestanden war. Dies stellt einen äußerst seltenen Umstand für eine Kirche dar.


Die Kirche stand seit Kriegsende jedoch verlassen, war in einem äußerst ruinösen Zustand und drohte zu verfallen. Die Warschauer Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Kulturerbe) nahm sich dem Gebäude an und engagiert sich seitdem (mit anderen Stiftungen z.B Erika Simon) für deren Erhalt. Das Dach wurde repariert und einige Fenster auch schon eingesetzt, um das Gebäude vor Witterung und somit einem weiteren Verfall zu schützen. Mit der Stiftung „Dein Kulturerbe“ wurde der durchgeführte Arbeitseinsatz im Vorfeld abgestimmt.

Als wir den Friedhof, welcher unmittelbar nebenan gelegen ist, in den Morgenstunden das erste Mal in Augenschein nahmen, machte sich zunächst Ernüchterung breit. Der Anblick glich einem mitteleuropäischen Urwald und es stellte sich die Frage wo wir zuerst anfangen.

Nach Beratschlagung wurde sich entlang der südlichen Friedhofsmauer vorgearbeitet.
Mit Macheten und Astscheren konnte zunächst umfangreich ausgelichtet sowie Freiraum geschaffen werden, um dann die langsam hervortretenden Grabsteine von jahrzehntelanger Laubschicht zu befreien. Einige „Bewohner“ wurden hierbei aus ihrem bezogenen Winterquartier aufgescheucht. 

Nach anschließender Säuberung der Grabstellen machten wir uns daran die umgestoßenen Grabsteine wiederaufzurichten, zu säubern und ihrem ursprünglichen Standort zuzuordnen.
Leider ist von den bisher freigelegten Grabsteininschriften verhältnismäßig wenig erhalten, da diese nach Kriegsende minutiös zerstört wurden. Umso erfreulicher war es für die Anwesenden, daß doch der ein oder andere Grabstein im Original aufgefunden und durch das Aufstellen den Verstorbenen ein Stück Ehre zurückgegeben werden konnte.
Welch rohe Kräfte gewaltet haben müssen ist nicht nachvollziehbar, wenn man die Entfernung zwischen Fund - und Originalstandort einiger Grabsteine, aufgrund ihres zentnerschweren Gewichts, betrachtet.
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Jener Umstand stellte den Arbeitseifer der Ehrenamtler beim Wiederaufstellen weiterer Grabsteine vor eine enorme Probe. Mit Willenskraft, technischem Gerät und gemeinsamen Einsatz wurden jedoch auch diese Hürden genommen.
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Folglich konnte an beiden Tagen so gut wie der halbe Friedhof ausgelichtet und die ursprünglichen Sichtachsen freigelegt werden. Zudem konnte ein Teilstück komplett gesäubert und mit den vorhandenen Möglichkeiten wiederhergerichtet werden.

Demnach können alle Beteiligten Stolz auf das innerhalb der kurzen Zeit Erbrachte sein.
Schön wäre es für jene, wenn der ein oder andere Familienangehörige oder auch Gleichgesinnte darauf aufmerksam werden würde.

Eine tatkräftige Unterstützung bei der Fortführung derartiger Projekte ist grenzüberschreitend erwünscht. So kann jeder weitere Mitstreiter ebenso dazu beitragen den Verstorbenen ein gewisses Maß an Ehre zurück zu geben und ein Stück Kulturerbe wiederherzustellen.

Eine Kontaktaufnahme kann ganz einfach über die Ansprechpartner der Landsmannschaft, LV Sachsen erfolgen.

Robert Wollny

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Ein unbekanntes Soldatengrab in Lasisk- Bericht vom 16.09.2019

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Rosa Lamm, 1934 geboren- links
Hedwig Giemza, 1931 geboren- Mitte
Karl Kozlik, 1932 geboren- rechts
Für den 16.09.2019 hatte unser Mitglied aus Groß- Strehlitz/OS eine Zusammenkunft mit Zeitzeugen zu einem Soldatengrab in Lasisk (Gemeinde Himmelwitz) organisiert. So trafen wir uns mit diesen zu einem Gespräch und zum Besuch des Grabes.
Karl Kozlik und Rosa Lamm erzählten von den Tagen um den 20. Januar 1945. Es herrschte starker Frost (ca.-30 Grad) und es lag ca. 20 cm Schnee. Im Dorf wohnten nur Kinder, Frauen und alte Leute. Die Männer befanden sich alle im Krieg. Nach dem Russeneinfall fanden die Jugendlichen aus dem Dorf fünf Leichen von deutschen Soldaten im Wald- Richtung Kolonowska. Sie waren erschlagen worden, nicht erschossen. Ihre Gesichter waren schlimm zugerichtet, sie waren barfuß. Die Russen hatten den jungen Soldaten die Stiefel und Strümpfe ausgezogen und mitgenommen.  Aus dem Dorf hatten die Russen auch fast alle Pferde kassiert. Es gab nur noch ein Pferd. Mit ihm und einem Wagen wurden die Toten aus dem Wald geborgen. Der damalige Ortsvorsteher Guzik war dabei und sicherte die Papiere und Erkennungsmarken der Soldaten. Papiere und Marken sind vermisst. Der Ortsvorsteher verwahrte sie, seine Familie wußte nicht wo. Durch die Polen wurde er später eingesperrt, gefoltert und kurz vor dem Tode entlassen. So blieb es ein Geheimnis, wo die Habseligkeiten der Soldaten geblieben sind. Die Mutter von Rosa Lamm war eine kluge Frau, wußte sehr viel und erzählte, daß ein Soldat aus Hamburg, einer aus Köln sei… Bei milderen Temperaturen wurde von den alten Männern und den Jugendlichen eine mindestens 2 m tiefe Grube gegraben. Das war wegen des sandigen Bodens nötig. Man mußte in festen Boden das Grab schachten. Vermutlich im März 1945 wurden die Soldaten dann begraben. Der Jugendliche Ewald Putzig (+) sprang dabei noch einmal ins Grab und zog den Soldaten Mützen auf die Gesichter, da sie schlimm anzusehen waren und keiner es fertigbrachte, den Soldaten die Erde auf die Gesichter zu werfen. Es war für alle Beteiligten sehr traurig, daß die Soldaten nicht im Sarg begraben werden konnten. Das Grab wurde verschlossen und anfänglich mit einem Holzkreuz gekennzeichnet, welches die Brüder von Karl Kozlik besorgten. Die jetzige Grabeinfassung und Kreuz wurde von Elisabeth Czetsch gespendet. Auf diesem Grab steht jetzt irrtümlich der Satz „Hier ruhen in Gott drei deutsche Soldaten- Opfer des Krieges, ermordet 1945 von der Roten Armee“. Es befinden sich nach übereinstimmenden Zeugenaussagen fünf Soldaten im Grab. Frau Lamm erzählte, daß man in den 1960-er Jahren die Soldaten bergen wollte und dort grub. Es wurde jedoch zu wenig tief gegraben, so wurden sie nicht gefunden. In der Zeit der polnischen Kommunistenherrschaft war das Grab dem Schuldirektor Habrat ein Dorn im Auge. Immer wieder äußerte er sich abfällig über die Deutschen und wollte von den Kindern wissen, wer das Grab pflegte. Keines verriet es ihm. Die deutsche Bevölkerung hielt zusammen. An einem Tag war das Grab mit Unrat bedeckt, die Blumen ausgerissen. Man vermutete den Schuldirektor hinter der Tat. Das Grab wurde sofort wieder gesäubert und bepflanzt. Gepflegt hat es all die Jahre Frau Rosa Lamm. Nach ihrer Ausreise nach Deutschland übernahmen es andere Dorfbewohner, vor allem aber Frau Czetsch.
Bei dem Zeitzeugengespräch war auch Frau Hedwig Giemza dabei. Sie erzählte, daß sie und ihre Tante Gertrud Koston auch die Leiche eines deutschen Soldaten fanden und begruben. Bei einem Besuch des Priesters haben sie ihm davon erzählt. Er hat sich das Grab angeschaut und daraufhin die Familie des Toten benachrichtigt (1946). Er wurde dann geborgen und überführt.
Die Dorfgemeinschaft hat auch einen fast erfrorenen deutschen Soldaten gerettet. Man versteckte ihn vor den Russen im Speicher von Lasisk. Jeden Tag wurde er von einer anderen Familie mit Essen, Trinken versorgt. Er brauchte lange Zeit zur Erholung. Ihm gelang dann die Heimkehr und er bedankte sich nach dem Krieg bei den Dorfbewohnern.
In Absprache mit den Zeitzeugen wollen wir das Grab dem „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ melden. Als Ansprechpartner wird unsere Silvia Koziolek- Beier fungieren. Der Volksbund wird sicher seine polnische Partnerorganisation mit der Umbettung beauftragen. Anschließend werden die sterblichen Überreste auf einem großen Sammelfriedhof des Volksbundes in Polen beigesetzt. Als LM Schlesien- LV Sachsen wollen wir die dann ehemalige Grablage erhalten und mit einer aktuellen Gedenktafel und einer neuen Sitzbank ergänzen. Eine Inschrift könnte lauten: „Im Gedenken an fünf unbekannte deutsche Soldaten, Opfer des Krieges, ermordet von der Roten Armee, geborgen und würdig bestattet von der Zivilbevölkerung in Lazisk, die über viele Jahrzehnte ihre Ruhestätte liebevoll pflegte, umgebettet am…. auf die Kriegsgräberstätte in…. Ruhet in Gott.“ Evtl. könnte man eine kleine Plakette mit den Sponsoren an der Rückseite anbringen. Vielleicht beteiligt sich Lazisk oder ein paar Privatpersonen aus dem Ort mit an den Kosten, die Pflege des Denkmals könnten junge Leute übernehmen….. Das wird aber schon wieder eine andere Geschichte.
Dresden, 19.09.2019                                                                                                        Friedemann Scholz

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Nach 73 Jahren- Die Rückkehr von Wilhelm Hentschel
Im Zusammenhang mit dem Besuch des Erntedankfestes in Nahrten durch Mitglieder unseres Landesverbandes soll hier auch eine berührende Geschichte erzählt werden.
Unser Mitglied Marko Hanisch suchte im Jahre 2016 den Kontakt zu den Bewohnern des Elternhauses seiner Urgroßmutter Berta Hanisch, geb. Hentschel, in Hengwitz/ Pluskau. Nach einigen Anläufen konnte er das Haus der Familie Hentschel besuchen. Es entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zu den jetzigen Hausbewohnern. Bei einem Besuch des Hauses seiner Uroma zeigten ihm die Bewohner die alte Grabtafel von Wilhelm Hentschel, die immer ihren Platz auf dem Dachboden im Haus hatte. Welch große Überraschung für unser Mitglied, was für eine kostbare Erinnerung an seine Familiengeschichte!
In diesem Jahr wurde ihm das Angebot gemacht, die Grabplatte mit nach Oberlichtenau zu nehmen. Sehr gern nahm er das Angebot an. Das Erntedankfest in Nahrten bot jetzt die Gelegenheit, das schwere Stück Familiengeschichte, mitzunehmen. Am 18. August wurde das Vorhaben umgesetzt. Dabei erzählte die Besitzerin, daß sie mehrmals im Haus die Erscheinung eines großen Mannes als Soldat gesehen hat. Sie fragte Marko, ob hier ein Wehrmachtssoldat wohnte, der groß gebaut war. Das konnte er bezeugen. Auf seinen Onkel Willi Hentschel traf die Beschreibung zu. Er fiel in Rußland. Die Besitzerin brachte die Erscheinungen mit der Grabplatte im Haus in Verbindung und wollte diese nun an die echten Nachfahren übergeben. Sie hofft nun, daß die Erscheinung nicht mehr kommt, der Soldat nicht mehr hinter ihr oder an ihrem Bett steht.   
Bei dieser Geschichte bekommt man unweigerlich eine Gänsehaut. Gesprächsthema in der Familie Hanisch wird das immer bleiben. Die Geschichte zeigt aber auch, daß die Besitzerin nach 1945 die Grabplatte würdevoll aufbewahrt hat und sie nicht der allgemeinen Zerstörungswut zum Opfer fiel. Es gab und gibt eben Menschen, die noch Achtung vor den vertriebenen deutschen Einwohnern und dessen Erbe haben. Das ehrt auch diese Besitzerin des ehemaligen Hentschel- Hauses.
Die Inschrift der Grabplatte lautet:
Hier ruht im Herrn
Unser geliebter Sohn und Bruder
der Freistellenbesitzer
Wilh(elm) Hentschel
aus Akreschfronze*
geb. d. 13.Mai 1867
gest. d. 8.September 1894
Ruhe sanft! 
* Akreschfronze bei Herrnstadt im Kreis Guhrau/ Schlesien, Kirchspiel Kirchlinden.
Nachtrag: Die Besitzerin des Hauses erzählte eine weitere Geschichte. Im Garten des Hauses wird ein Beet nur mit Blumen bepflanzt, da dort jemand begraben liegt. Woher die Information stammt, ob sie war ist……. Vielleicht sollte man hier dem „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ einen Tipp geben?
F. Scholz

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Die Landsmannschaft Schlesien- Landesverband Sachsen/ Schlesische Lausitz ist dem Förderverein Stadthalle Görlitz e.V. beigetreten. Wir unterstützen damit das Ziel des Fördervereins, Erhalt, Sanierung und Modernisierung der denkmalgeschützten Stadthalle samt Stadthallengarten. Außerdem wird die Wiederbelebung der Schlesischen Musikfestspiele in der Stadthalle angestrebt. In Zukunft informieren wir auf unserer Netzseite auch über die vielfältigen Aktivitäten des Fördervereins. Gern stellen wir Interessierten den Kontakt zum FöV her.

 

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Informationen zu Aktivitäten zur Unterstützung der Stadthalle in Görlitz
 

Förderverein Stadthalle Görlitz e.V. www.stadthallenverein.de und die Stiftung http://www.stadthallenstiftung-goerlitz.de
 

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Bei Interesse an Informationen über die gesamte Arbeit der Heimatvertriebenen in Sachsen, an Zeitzeugenberichten und Ausstellungen besuchen Sie bitte auch folgende Seiten:
www.vertriebene-in-sachsen.de
http://zeitzeugenberichte.vertriebene-in-sachsen.de

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