Rundbrief 1/ 2022                                                        Dresden, 11.1.2022
Liebe Mitglieder der Orts-, Kreis- und Stadtgruppen, liebe Einzelmitglieder unseres Landesverbandes der Landsmannschaft Schlesien!
Im Namen unseres Vorstandes möchte ich Ihnen allen noch ein gesundes, frohes Jahr voller Zuversicht wünschen. Ich hoffe, Sie haben den Jahreswechsel gut gemeistert und schon ein paar Pläne für 2022 geschmiedet. Wie schon im vergangenen Jahr erwarten wir endlich wieder das „normale“ Leben. Auch für unseren Verein ist ein persönliches Miteinander und Zusammenarbeiten lebensnotwendig. Gerade unsere älteren Mitglieder brauchen Geselligkeit - Internet und Telefon sind keine Alternativen
Im Oktober 2021 verstarben Irmtraut und Winfried Schirotzek. Wir verlieren mit ihnen zwei Schlesier, die seit der friedlichen Revolution unermüdlich für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen stritten. Mitglieder und Vorstand hat der Tod der beiden sehr betroffen gemacht. Wir schulden ihnen höchste Anerkennung und werden ihnen ein würdiges Andenken bewahren. Auf der Seite www.vertriebene-in-sachsen.de finden Sie dazu einen ausführlichen Nachruf.                                                                                                                                                                                                                                     Im letzten Quartal des vergangenen Jahres hatten wir noch zwei große Projekte geplant. Der dritte und vorerst letzte Einsatz auf dem Friedhof in Nieder-Schreiberhau fand vom 22. bis 24. Oktober wieder mit Unterstützung der Gemeinde Schreiberhau statt. Insgesamt 25 Personen beteiligten sich an den Arbeiten. Diesmal berichtete sogar das polnische Fernsehen in den Nachrichten über unsere Initiative. Dafür war das Wetter nicht optimal, Rübezahl wollte die Teilnehmer wohl ein wenig necken. Der Stimmung tat es keinen Abbruch. Heißer Tee und am offenen Feuer gegrillte Würste haben es die Teilnehmer aushalten lassen. Insgesamt sind durch die drei Einsätze auf diesem Friedhof fast 300 Grabsteine geborgen worden. Den Abschluß dieses Arbeitseinsatzes bildete das Aufstellen und Entzünden von 100 Grablichtern durch die Mitglieder der Landsmannschaft Schlesien auf beiden Teilen des Friedhofs. Diese Geste schlugen wir beim vorangegangenen Einsatz vor, und sie wurde prompt von der Stadtverwaltung aufgegriffen. Die Stadt stellte die Kerzen für diesen Anlaß zur Verfügung, die den Friedhof in der Dunkelheit zu einem Lichtermeer werden ließ. Auf diese Weise wurde in Ehrfurcht der verstorbenen früheren Einwohner gedacht, die durch die geleisteten Arbeitseinsätze zu ein würdiges Gedenken in der Öffentlichkeit zurückerhielten.
Auch nach dem vorläufigen Ende der Arbeiten haben wir mit dem Bürgermeister und den städtischen Angestellten ein jährliches Treffen vereinbart. Wir wollen in Kontakt bleiben, weitere notwendige Erhaltungsarbeiten unterstützen und die Entwicklung des Friedhofes zu einer Kulturstätte mitverfolgen. Unser Landesverband hat sich mit seinem Auftreten Vertrauen, Achtung und Anerkennung in Schreiberhau erarbeitet.  Aus gemeinsamer Arbeit und Annäherung ist Freundschaft geworden. Ein Lichtblick in dieser unruhigen Zeit
Am 23. Oktober fand auf dem Friedhof auch die öffentliche Einweihung der neuen Grabplatte für Carl Hauptmann statt. Dazu fanden sich Kommunalpolitiker, SEJM- Abgeordnete, Bürgermeister Miroslaw Graf, die Chefin des Hirschberger Riesengebirgsmuseums, Frau Zaprucki, der Vorsitzende des Vereins VSK Schmidt- Münzberg, der Bevollmächtigte für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen Herr Dr. Baumann, Einwohner und auch wir Beteiligten am Arbeitseinsatz ein. Dabei betonte Miroslaw Graf in seiner Rede, daß die jetzige Perspektive des evangelischen Friedhofs in Nieder-Schreiberhau ohne die Hilfe der Mitglieder der LM Schlesien/ LV Sachsen nicht möglich gewesen wäre. Eine großartige Würdigung der Leistung der Landsmannschaft vor den anwesenden Gästen der Veranstaltung.
Für den Abreisetag hatten wir noch ein Treffen mit Hanna Szurczak, der Vorsitzenden des polnischen Vereins „TILIAE“ aus Liegnitz, vereinbart. In den letzten Rundbriefen habe ich Sie schon kurz über diesen Verein und seine Aktivitäten informiert. Frau Szurczak bat uns um Hilfe beim Erhalt des ehemaligen evangelischen Friedhofs in Reichenbach/Eulengebirge. In der „Iser-Baude“ in Schreiberhau trafen wir sie sowie die stellvertretende Bürgermeisterin von Reichenbach Frau Pieszczuch und zwei Einwohner dieser Stadt. Sehr schnell befanden wir uns in einem vertrauensvollen Gespräch und Erfahrungsaustausch. Nach einem gemeinsamen Rundgang auf dem Friedhof Nieder-Schreiberhau, bei dem die kleine Delegation aus Liegnitz und Reichenbach das Ergebnis der gelungenen Zusammenarbeit von Stadt und unserer Landsmannschaft sehen konnte, vereinbarten wir eine Zusammenarbeit und einen ersten Termin im März 2022.                                                                                                                                                     
Das letzte Projekt 2021, unseren Jahresabschluß in Wehlen, konnten wir nicht realisieren. Erneute staatlich verordneten Beschränkungen machten eine Durchführung unmöglich. Die schon abgerufenen Fördergelder für die geplante Kulturveranstaltung müssen nun zurückgezahlt werden. Bei der Veranstaltung wollten wir auch für den oben genannten polnischen Verein eine Spende sammeln. Nach der Absage riefen wir unsere Mitglieder und Freunde auf elektronischem Postweg und in einem sozialen Netzwerk zum Spenden auf. Das Ergebnis von 400 Euro kann sich sehen lassen. Die Geldspende werden wir im Frühjahr in Reichenbach/Eulengebirge übergeben. Dort wird „TILIAE“ sich am Einsatz auf dem dortigen Friedhof beteiligen.
Vom 5.- 7. November nahm ich in Hirschberg am Jahresabschlußseminar des LVS in Hirschberg teil. Bei der Veranstaltung präsentierten die vertretenen Mitgliedsgruppen ihre realisierten Projekte und berichteten über die allgemeine Situation in ihren Gruppen. Außerdem wurden von den Anwesenden die Vorhaben für 2022 vorgestellt, für die Fördergelder beantragt werden.
Unser Landesverband verlor zu Jahresbeginn die Ortsgruppe in Pausa als Mitglied.  In einem    persönlichen Brief teilte mir ihr Vorsitzender Helmut Dittrich das Ende der Gruppe und die Gründe dafür mit. Die wenigen Mitglieder, alle über 80 Jahre alt, haben keine interessierten Nachfolger und schaffen die nötige Arbeit nicht mehr. Wir danken der Ortsgruppe Pausa und ihrem Vorsitzenden für über 25 Jahre erfolgreiche Heimatarbeit. Für die persönliche Zukunft wünschen wir den verbliebenen Mitgliedern alles Gute.
Inzwischen hat unser Vorstand mit den konkreten Planungen für 2022 begonnen. Für vier Projekte haben wir noch Ende des vergangenen Jahres Förderanträge gestellt. Wir hoffen auf die finanzielle Unterstützung bei zwei Einsätzen in Reichenbach, der Restaurierung des Denkmals für den sächsischen König Albert in Sibyllenort und unseren Jahresabschluß.
In diesem Jahr begeht unser Landesverband das 30-jährige Jubiläum seiner Gründung. Der Vorstand sucht noch nach Möglichkeiten und Form einer Würdigung des Jubiläums.
Seit drei Wochen bin ich im schriftlichen Austausch mit Martyna Halek, der Projektleiterin im Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Oppeln. Sie hat im letzten Jahr das Projekt „Archiv der erzählten Geschichte - Meine Heimat“ als Wettbewerb durchgeführt. Ziel war die Bewahrung historischer, lokaler Schätze und menschlicher Schicksale. Es entstanden mehrere kleine zweisprachige Broschüren, in denen frühere und heutige Bewohner über ihre Heimatorte berichten. Sie schildern die große Geschichte aus der Sicht der kleinen Leute und bestätigen die Erfahrung, daß man ohne Kenntnis der Vergangenheit keine Zukunft aufbauen kann. Interessierte können sich die Berichte, auch in deutscher Sprache, unter www.e-historie.pl anhören. Frau Halek gebührt große Anerkennung für dieses Projekt.
Am 12. Dezember 2021 wurde in Hirschberg zum zweiten Mal der Riesengebirgspreis für Literatur verliehen. Den Hauptpreis erhielt Joanna Bator (u.a. „Sandberg“, „Wolkenfern“). Außerdem wurden die Autorin Malgorzata Lutowska („Schlesische Fälle- Es hätte nicht anderswo passieren können“- leider nur in polnischer Sprache erhältlich) und der Übersetzer und Verleger Marcin Wawrzynczak mit Sonderpreisen geehrt. Letzterer wurde als hervorragender Übersetzer historischer deutscher Texte (Spezialgebiet sind alte Reiseberichte aus dem Iser- und Riesengebirge) ausgezeichnet.
Noch ein Tip für Wanderfreunde: Am 1. Dezember wurde im Isergebirge eine neue Brücke eröffnet. Sie verbindet das schlesische und das böhmische Isergebirge zwischen den Orten Karlsthal/Orle und Klein-Iser/Jizerka. Einer grenzenlosen Wanderung steht also nichts mehr im Weg, zumindest keine fehlende Brücke über die Iser.
Bitte denken Sie zum Jahresbeginn an die Zahlung Ihres Mitgliedbeitrags für2022.(DE63 8505 0300 3120 1577 15).  Für die reibungslose Beitragsabführung im vorigen Jahr möchte ich mich im Namen des Vorstandes ausdrücklich bedanken. Es gab erstmals keine „Schuldner“ zum Jahresende - ein Novum in der Geschichte unseres Landesverbandes.
Kommen Sie gesund durch die Winterzeit!
Mit heimatlichen Grüßen
 Friedemann Scholz
- Vorsitzender                                                                                                                                                                                                                                  

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