Rundbrief 4/ 2021                                                                                       Dresden, 10.10.2021
Liebe Mitglieder der Orts-, Kreis- und Stadtgruppen, liebe Einzelmitglieder unseres Landesverbandes der Landsmannschaft Schlesien!
Schon halten Sie den letzten Rundbrief des Jahres 2021 in den Händen. In diesem Jahr scheint die Zeit besonders schnell vergangen zu sein. Durch die monatelange verordnete Zwangspause in der Vereinstätigkeit hatten wir ja auch nur ein halbes Jahr zur Verfügung.
Am Beginn des Rundbriefes möchte ich mich bei allen bedanken, die mir Glückwünsche zu meinem runden Geburtstag übermittelten. Ich habe mit dieser Fülle an guten Wünschen nicht gerechnet. Ein herzliches Dankeschön!
Wir sind froh, daß unsere Jahresversammlung in Freiberg nach zweimaliger Verlegung am 28. August stattfinden konnte. Auch diesmal war eine beschlußfähige Mehrheit der Delegierten angereist. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wird doch die Anreise für unsere ältesten Mitglieder immer beschwerlicher. Ich kann Ihnen nur meinen Dank und meine Achtung für Ihr Kommen aussprechen. Der Landesverbandstag kann als gelungen bezeichnet werden. Unser Verband befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt in guter Verfassung. Finanziell stehen wir sehr gefestigt da. Die Delegierten beschlossen einen ehrgeizigen Arbeits- und Finanzplan. Ob sie in Gänze zu erfüllen sind, bleibt fraglich. Die Aufgaben eines Jahres in vier Monaten zu schaffen, fällt schwer. Trotzdem sind wir zuversichtlich, einen Großteil davon zu bewerkstelligen. Als Vorsitzender unseres Landesverbandes wies ich zum Ende des LVT darauf hin, daß im nächsten Jahr Neuwahlen des Vorstandes stattfinden. Ich bitte alle Empfänger des Rundbriefes, etwaige Personalvorschläge für einen neuen Vorstand kundzutun. Wir streben eine weitere Verjüngung der Leitung an. Als Termin notieren Sie sich bitte schon jetzt den 30. April 2022.
Eine erste größere Veranstaltung, an der Mitglieder unseres Landesverbandes teilnahmen, war das Hoffest in Tarpen.
Ganz ohne C- Beschränkungen und mit viel Spaß am Beieinandersein fand wieder ein Fest der Schlesier in Schlesien statt. Am letzten Wochenende im Juli haben 40 Personen aus ganz Schlesien und Freunde Schlesiens aus dem Bundesgebiet wunderschöne Stunden in ländlicher Idylle des Kreises Guhrau verbracht. Mit der Anreise am Freitag und dem Einsortieren des umfangreichen Speisen- und Getränkeangebotes, konnte es losgehen. Der Tisch war wie immer reichlich gedeckt und die Stimmung erstklassig. Geschichten und Erinnerungen an das letzte Treffen oder Anekdoten aus der Familiengeschichte machten das Wiedersehen sehr lebendig.
Am Sonnabend gab es bei herrlichem Sonnenschein einen Ausflug an den Schlesiersee. Natürlich ging es auch ins angenehm kühle Wasser des Sees. Eine kleine Rundfahrt am See rundete die erste Etappe ab. In Glogau machten wir uns später bei einem Stadtrundgang ein Bild über die Geschichte und das Heute der Stadt. Am Abend konnten wir zahlreiche Freunde aus der Region in unserer Mitte begrüßen, und die Festgesellschaft wuchs. Mit leckerem Essen und guten Getränken ausgestattet, konnte manche Idee für die Zukunft besprochen werden. Das selbstgezapfte Bier stärkte die „Ideenschmiede“, und man war sich einig, daß so ein Treffen ein Fixpunkt im Kalender für uns Schlesier werden muß.
Am Sonntag besuchten wir die Heilige Messe in der Dorfkirche, und anschließend verabschiedeten sich die Teilnehmer mit dem festen Willen, nicht erst im nächsten Jahr ein Wiedersehen zu planen (Bericht A. Grapatin).
Am 12. September nahmen einige Mitglieder am sächsischen Gedenktag zur Vertreibung und der Teileröffnung des neuen Museums in Knappenrode teil. Die Veranstaltung war gut besucht, nur der im Vorfeld angekündigte Besuch des Ministerpräsidenten fiel aus, Innenminister Wöller vertrat ihn. Der Wahlkampf schien Auslöser der Absage des MP gewesen zu sein, genützt hat es der sächsischen CDU nicht. Sie erlitt eine heftige Niederlage bei der Bundestagswahl. Die Zukunft für unser Land und für die Belange der Vertriebenen sind nach dem Wahlergebnis unsicherer als je zuvor.
Am 17. und 18. September nahm ich als Landesvorsitzender und Delegierter an der Bundesvorstandssitzung und der Bundesdelegiertenversammlung im „Haus Schlesien“ in Königswinter teil. Dabei berichten die Landesvorsitzenden auch über die Situation in ihren jeweiligen Landesverbänden. Als einziger von ihnen konnte ich eine vergleichsweise gute Bilanz 2020 ziehen und Zuversicht für unsere Aufgaben in diesem Jahr verbreiten. Zur Bundesdelegiertenversammlung stellten wir gemeinsam mit der Landesgruppe Berlin/ Mark Brandenburg einen Antrag. Er beinhaltet den Auftrag an die Bundesführung, sich beim BdV dafür einzusetzen, daß dieser eine Unterwanderung seiner Gliederungen durch ehemalige Mitarbeiter der DDR- Staatssicherheit untersuchen soll. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Außerdem wurde auf der Versammlung der neue Film der Bundeslandsmannschaft „360°- Schlesien“ vorgestellt. Er soll für die Landsmannschaft werben und jüngere Interessenten anlocken. Das Werk wurde mit modernster Fernsehtechnik und professionellen Produzenten verwirklicht und kann sich sehen lassen. Der etwa halbstündige Film wird auch für 15 € auf DVD erhältlich sein.
Im letzten Rundbrief haben wir über den polnischen Verein „Tiliae“ berichtet, der sich um die Wiederherstellung alter deutscher Friedhöfe kümmert und dessen Bericht über Liegnitz- Pfaffendorf auch in der neuen Ausgabe der Verbandszeitung zu lesen ist. Inzwischen bin ich mit einem Mitglied dieses Vereins in engen schriftlichen Kontakt. Hanna Sczurczak hat daraufhin ein „Interview“ mit mir geführt und dieses im Netz eingestellt. Wenn Sie Interesse haben, können Sie es unter: http://cmentarzeewangelickie-lodzkie.kylos.pl/rp_wywiad_fscholz_de.php?mn=wywiady nachlesen. Ich hoffe, daß sich noch in diesem Jahr ein persönliches Treffen mit Frau Sczurczak verwirklichen läßt.
Am Chortreffen in Reichenberg nahmen in diesem Jahr wenige Mitglieder unseres Vereins teil, da viele von ihnen in Schreiberhau weilten. Trotzdem waren wir mit einer Kuchenspende vertreten. Der schlesische Hübner- Bäcker lieferte auf unsere Kosten Streusel- und Pflaumenkuchen an die Kirchgemeinde. Wir hoffen, daß die Besucher des Chortreffens die großzügige Spende genossen haben.
Vom 1.- 3. Oktober konnten wir endlich auch wieder aktiv arbeiten, in Nieder- Schreiberhau, beim zweiten Einsatz auf dem kulturhistorisch bedeutsamen ehemaligen evangelischen Friedhof. Auf dem Friedhof hat auch Carl Hauptmann seine letzte Ruhe gefunden. In diesem Jahr gedenken wir seines 100. Todestag. Mit Unterstützung der Stadt Schreiberhau, durch eine finanzielle Förderung des SMI, mit Hilfe von spendierten „Futterpaketen“ des Hübner- Bäcker und vom Hoffleischer Pusch sowie sprichwörtlichem Kaiserwetter, haben wir zwei Tage lang erneut vielen Verstorbenen Namen und Würde zurückgebracht. Während wir traditionell am ersten Tag allein auf dem Friedhof arbeiteten, unterstützten uns am Sonnabend 20 polnische Helfer bei der Arbeit. Diese kamen zum größten Teil von der Stadtverwaltung- aber auch einige Einwohner waren mit dabei. Diesmal hatten wir auch für zwei Tage einen Minibagger mit Führer zur Verfügung, der gerade beim Bergen schwererer Steine sehr hilfreich war. Außerdem wurde die städtische Feuerwehr zur Grabsteinsäuberung eingesetzt. Auch wir waren mit zwanzig Mitliedern und Freunden nach Schreiberhau gereist. Die Stadt erhielt in diesem Jahr einen Wimpel unserer Landsmannschaft für den Plenarsaal und einen Mohnkuchen. Den ganzen Sonnabend begleitete uns ein Regionalreporter, und später führte ein zweiter Journalist ein Gespräch mit unserem Organisator des Einsatzes. Im Laufe der beiden Tage wurden ca. 180 beschriftete Grabsteine geborgen, außerdem noch einige, denen die Inschriften ausgeschlagen worden waren. Wir fanden viele Teile repräsentativer Grabdenkmale, auch eine Gruft konnten wir wieder original abdecken. Es war ein erfolgreiches Wochenende, was mit der Registrierung der gefundenen Steine sein Ende fand. Auch nach diesem Einsatz lud uns die Stadt in die Iser- Baude zu Grillwürsten und einem Faß Bier ein. So saßen wir gemeinsam einige Stunden am Feuer, ließen den Tag Revue passieren und Pläne für den dritten Einsatz vom 22.-24.10.21 schmieden. Ein ausführlicher Bericht erscheint demnächst auf unserer Netzseite und wird per Mail an Sie versandt. Hier noch zwei Verweise auf polnische Netzseiten, die von unserem Einsatz berichten: http://www.szklarskaporeba.pl/de/ereignisse/archiv-der-ereignisse/allgemeine-informationen/4773-cmentarne-porzadki.html und https://24jgora.pl/artykul/mieszkancy-szklarskiej/1226097 
                                                                                                                                                                                                                                 Im Schlesischen Museum zu Görlitz läuft gerade eine Sonderausstellung mit dem Namen „Inspiration Riesengebirge“. Diese können wir wärmstens empfehlen. Viele Künstler aus dem Kreis der Künstlerkolonie in Schreiberhau werden dort mit einer Auswahl ihrer Werke gezeigt. Dazu ist ein reichbebildeter Katalog erschienen, der für 15 Euro erhältlich ist. Leider verwendet die Verfasserin des Begleittextes sehr oft den „Genderstern“, was den Text entstellt und entwertet. Der verordnete Zeitgeist macht auch vor der Kunst nicht halt.
Bei meinem Urlaub im Riesengebirge in diesem Jahr konnte ich gerade auf böhmischer Seite Erstaunliches entdecken. In den Fremdenverkehrsämtern liegen einige Bücher aus, die sich mit der deutschen Geschichte der Region befassen. Es gibt ein Buch über die Bauden des Riesengebirges, seine Maler usw. Leider vermißte ich eine deutsche Ausgabe. Aber es ist schon ermutigend zu sehen, wie offen die neue Generation mit der Geschichte umgeht. Daran war vor Jahren noch nicht zu denken. Diese Offenheit für die historische Wahrheit wünschte ich mir im eigenen Land.
Eigentlich hätte in diesem Jahr das Fest der deutschen Minderheit in der Breslauer Jahrhunderthalle stattfinden sollen. Wegen der bekannten Umstände wurde es aber abgesagt und auf das kommende Jahr verschoben. Alexander Schulz von der Chemnitzer Regionalgruppe würde dazu eine Busfahrt organisieren. Er benötigt dazu aber kurzfristig Ihre Anmeldungen bzw. Absichtserklärungen. Die Eigenkosten würden bei etwa 100 Euro pro Person liegen. Bitte melden Sie sich direkt bei ihm an. Hier seine E-Mail- Anschrift: Alexander.Schulz-Agentur@gmx.de
Für das „Martinsgans- Essen“ am 13. November in Dorf Wehlen sind noch vier Restplätze für Mitglieder verfügbar. Begleitet wird die vom SMI finanziell geförderte Veranstaltung von einem Vortrag und einem musikalischen Beitrag
Als Anhang des Rundbriefes schicke ich noch zwei Beiträge, die unser Hfrd. Grapatin zugearbeitet hat. Sie richten sich speziell an Familienforscher und Buchfreunde unter Ihnen.                                                                                                                
Im Namen unseres Vorstandes wünsche ich Ihnen einen goldenen Herbst, eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit sowie einen guten Start in ein gesundes neues Jahr 2022!  
Mit heimatlichen Grüßen
Ihr      
 Friedemann Scholz
- Vorsitzender                                                                                                                                                                                                                                  

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