Rundbrief 03/2016
 

Liebe Mitglieder der Orts- und Kreisgruppen des Landesverbandes Sachsen/ Schlesische Lausitz!

Vom 27.-28. Mai 2016 nahm ich als Vorsitzender unseres Landesverbandes an der Bundesvorstandssitzung und als Delegierter der Bundesdelegiertenkonferenz in Fulda teil Den Beginn bildete ein Empfang des Bundesvorstandes der LM Schlesien beim Bürgermeister der hessischen Stadt im Gobelin- Saal des Stadtschlosses. Die Landesbeauf-tragte der hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler- Raschdorf, wohnte dem Empfang ebenfalls bei. Bei der anschließenden Vorstands- sitzung bereiteten die Teilnehmer die Bundesdelegiertenversammlung sorgfältig vor.
Die Delegiertenversammlung am Sonnabend wurde durch den Präsidenten, Dr. Gotthard Schneider, eröffnet. Das Totengedenken folgte. Anschließend wurde die Mandatsprüfungskommission vorgeschlagen und gewählt, der ich erstmals mit angehörte. Der Finanzbericht verdeutlichte, daß trotz höherer Beiträge, das Einkommen der Landsmannschaft weiter sank. Geschuldet ist das auch der Tatsache, daß die Landesgruppe Nordrhein- Westfalen seit 2015 keine Beiträge geleistet hat. Auch in den alten Ländern sinken die Mitgliederzahlen und viele Ortsgruppen können die Vorstandsposten nicht mehr besetzen. Wir, als Vorstand des LV Sachsen/ Schlesische Lausitz, werben seit längerem dafür, daß diese Gruppen sich direkt unserer Landesgruppe anschließen. Auch der Bundesvorsitzende favorisiert diese Möglichkeit. In seinem Bericht sprach er vom Zusammengehen mit der Nachbargruppe, dem nächsten funktionierendem Verein oder dem Direktbeitritt zur Bundeslandsmannschaft. Eine Auflösung von Gruppen kann nur die letzte Möglichkeit sein. Wenn es in Ihren Gruppen diese Probleme in Zukunft geben sollte, sprechen Sie bitte vorher mit uns. Die Bundes- Landsmannschaft ist also weiter dringend auf Sonderspenden angewiesen, so Stephan Rauhut. Der Vorstand wird versuchen, eine institutionelle Förderung für die Geschäftsstelle zu erhalten und ist dazu bereits in Gesprächen. Der Schatzmeister brachte eine Sonderspende von 50 €/ Mitglied für einen Zukunftsfonds ins Gespräch. Er würde ein geregeltes Wirtschaften ermöglichen. Die Kassenprüfer konnten die Entlastung des Vorstandes vorschlagen. Der Haushaltplan für 2016 plant einen kleinen Überschuß ein und wurde von den Delegierten einstimmig beschlossen. Der Arbeitsbericht des Bundesvorsitzenden Stephan Rauhut zeigte die vielfältigen Bemühungen des Bundesvorstandes, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen und den Einfluß auf Entscheidungsträger zu verstärken. Außerdem nahm der Bericht über das Deutschlandtreffen der Schlesier 2015 breiten Raum ein. Erstmals konnte ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden- kein finanzieller Verlust. Im kommenden Jahr wird es das große Schlesiertreffen wieder geben, wieder in Hannover, wieder im Kongresszentrum. Als Termin wurde der 24./25. Juni 2017 festgelegt.
 Wir als Landesvorstand bitten Sie darum, schon jetzt die Werbetrommel zu rühren, damit auch dieses Treffen wieder ein Erfolg wird. Bitte unterbreiten Sie unserem Vorstand Ihre Anregungen und Vorschläge für das Deutschlandtreffen. Was kann besser werden, was soll beibehalten werden? Unser Landesverband möchte auch wieder einen Info- und Verkaufstisch betreiben, um Spenden für unseren Verband zu sammeln. Vielleicht können Sie uns wieder Material für unseren Stand zur Verfügung stellen, wie es 2015 die Freiberger Gruppe, der Verein EuB und der LVS freundlicherweise ermöglichten.  
Übrigens, verschiedene DVD`s vom Treffen in Hannover 2015 sind in der Geschäftsstelle der Bundes-LM zu erwerben. Stephan Rauhut sprach in seinem Bericht auch davon, im nächsten Jahr die Bundesdelegiertenversammlung in unserem Freistaat Sachsen zu veranstalten. Der Vorstand wurde, wie bereits vorgeschlagen, mit zwei Enthaltungen entlastet. Die Neuwahl des Vorstandes brachte das folgende Ergebnis: Präsident der Bundesdelegiertenversammlung- Schlesische Landesvertretung- ist Dr. Gotthard Schneider, Bundesvorsitzender: Stephan Rauhut, Stellvertretende Vorsitzende: Dr. Heinz Fleger und Renate Sappelt, Bundesschatzmeister: Günther Zimmermann, Schriftführer: Monika Schutze, Stellvertretender Schatzmeister: Christfried Krause. Kassenprüfer bleiben Klaus Röhrbein und Manfred Simon. Als Bundesfrauenreferentin wurde Margareta Weber bestätigt. Helga Wüst übernimmt wieder das Amt der Bundeskulturreferentin, Karsten Becker wurde als Bundespressereferent gewählt.

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Nach der Neuwahl (v.l.) Dr. Heinz-_Werner Fleger, Renate Sappelt, Stephan Rauhut, Dr.Gotthard Schneider, Günther Zimmermann, Monika Schultze 

Die Berichte der Referenten und der Bundesgeschäftsführung lagen uns Delegierten schriftlich vor. Zu ihnen gab es keinen Diskussionsbedarf. Erneut kam die Neufassung Satzung, die bereits beschlossen war, auf die Tagesordnung. Wegen eines Formfehlers beim Einreichen ans Registergericht war dies nötig. Mit einer Gegenstimme wurde sie verabschiedet. Wichtig ist, daß alle grundsätzlichen Bestandteile in der Satzung blieben (Berufung auf das Recht auf Heimat, Charta der Heimatvertriebenen, Rechtsverwahrung der Schlesier zum Grenzbestätigungsvertrag 14.11.1990 usw.). Die Delegierten verabschiedeten einige Anträge. Die Landesgruppe Nordrhein- Westfalen wurde aufgefordert, bis zum 13.06.2016 die ausstehenden Beiträge zu bezahlen. Außerdem wurde einstimmig der Wunsch für eine engere Zusammenarbeit mit dem Verband der Oberschlesier formuliert. Die vom Bundesschatzmeister angeregte Spende von 50 € pro Mitglied wurde in dieser Form abgelehnt. Dr. Gotthard Schneider verabschiedete die Delegierten und mit dem gemeinsamen Gesang von „Kein schöner Land“ endete die Bundesdelegiertenversammlung.       
Vor fast genau 70 Jahren verstarb Gerhart Hauptmann in seinem Haus Wiesenstein in Agnetendorf im Riesengebirge. Er erhielt 1912 den Nobelpreis für Literatur. Gerhart Hauptmann setzte sich nach dem Ersten Weltkrieg vehement für den Verbleib der oberschlesischen Gebiete beim Deutschen Reich ein, die an Polen abgetreten werden sollten. Hauptmann erlebte  am 13./14. Februar 1945 hautnah den Untergang Dresdens. Unter Verwendung einiger bereits zuvor gemachter Notizen schrieb Gerhard Hauptmann den weltberühmt gewordenen Artikel: “Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens...” Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Hauptmann, der 1945 nicht vor dem Heranrücken der Roten Armee geflohen war, von den Sowjets, die ihn wegen seiner sozialkritischen Werke sehr schätzten, zunächst Bleiberecht in seinem Haus. Zu seinem Schutz vor Übergriffen polnischer Fanatiker stellte die Rote Armee einen Offizier ab. Doch im April 1946 teilten die Sowjets ihm mit, daß Polen auf seiner Ausreise bestehe. Dazu kam es aber nicht mehr. Am 6. Juni 1946 starb Gerhart Hauptmann in Agnetendorf. Am 21. Juli traf ein Sonderzug mit dem Leichnam in Berlin ein. Am Sonntag, dem 28. Juli 1946, wurde Gerhart Hauptmann bei Sonnenaufgang auf dem Friedhof von Kloster auf der Insel Hiddensee beigesetzt.
Am 13.Juli 2016 gedenken wir dem 200. Geburtstag (geb. in Kreuzburg/OS) des Schriftstellers Gustav Freytag. Von ihm möchte ich am Ende dieses Rundbriefes seine Charakterisierung des Schlesiers (aus „Bilder der deutschen Vergangenheit“) zitieren. „Zu ernster, versponnener Anlage kam dem Schlesier etwas von der leichten Sorglosigkeit der Slawen und von ihrer Virtuosität, die ganze Lebenskraft im Genuß des Augenblicks zu konzentrieren. Daraus entstand ein lebhaftes Volk von gutmütiger Art, heiterem Sinn, genügsam, höflich und gastfrei, eifrig und unternehmungslustig… sehr geneigt, Fremdes auf sich wirken zu lassen… Alles, was man auf Erden werden kann, wird der Schlesier mit Leichtigkeit: Engländer, Amerikaner, Russe, Minister und Seiltänzer, fromm und gottlos, reich und arm!“
Einige Mitglieder unseres Landesverbandes planen für den 04. Dezember 2016 eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Lomnitz im Hirschberger Tal, Abfahrt 9 Uhr ab Görlitz, Rückkehr nach Görlitz ca.18 Uhr. Kosten 35 € pro Person. In Lomnitz wird ein Mittagessen bestellt, was jeder Teilnehmer selbst zahlt. Die Anmeldung (Brief, e-Post, Telefon ab 18 Uhr, Fax), im Briefbogen ersichtlich, ist bis zum 31.07.2016 möglich. Bitte umgehend melden und die Reisekosten auf das Konto unseres Landesverbandes überweisen, Verwendungszweck „Weihnachtsmarkt Lomnitz“ und Ihr Name. Damit ist dann die Buchung offiziell. Ab 25 Personen findet die Fahrt statt. Der genaue Abfahrtsort in Görlitz wird noch bekanntgegeben.
Nun freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen beim „Treffen der Chöre“ und dem „Tag der Heimat“ in Reichenbach/ OL am 19.Juni.
Mit heimatlichen Grüßen
                                                                                                                         
Friedemann Scholz

Vorsitzender

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