Rundbrief 4/ 2020                                                                         Dresden, 16.10.2020

Liebe Mitglieder der Orts- und Kreis- und Stadtgruppen des Landesverbandes Sachsen/ Schlesische Lausitz, liebe Einzelmitglieder!
Das vierte Quartal des Jahres hat begonnen, und Sie halten schon wieder den letzten Rundbrief dazu in den Händen. Viele von Ihnen werden das Gefühl haben, daß dieses Jahr bisher besonders schnell vergangen ist. Das liegt sicher an den unerfüllten Plänen, die jeder einzelne von Ihnen geschmiedet hatte. Die meisten Vorhaben mußten aus dem sattsam bekannten Grund geändert werden. Urlaub, Familienbesuche, Jubiläen, Veranstaltungen, größere private Investitionen- alles war so nicht durchführbar. Ein Ende der persönlichen Einschränkungen ist noch immer nicht abzusehen. Meine Großeltern haben mir das einprägsame Wortspiel mitgegeben: „Schaltjahr- Gewaltjahr“. Dies trifft für 2020 wohl besonders zu. Wir als Landesverband der Schlesier in Sachsen sind aber wenigstens dafür dankbar, daß die Grenzen in die ehemalige Heimat wieder offen sind. So war es uns seit Juni möglich, unseren Arbeitsplan in Angriff zu nehmen. Heute können wir sagen, daß dieses Jahr, trotz der widrigen Umstände, zum bisher aktivsten unserer Vereinsgeschichte gehören wird.
Zu Beginn möchte ich mich im Namen des Vorstandes besonders für Ihre zahlreiche Teilnahme an unserem Landesverbandstag am 5. September in Freiberg bedanken, der zuvor zweimal verschoben werden mußte. Wir konnten auf unserer Jahresversammlung eine Neufassung der Satzung verabschieden, die für die kommenden Jahre den neuen Anforderungen gerecht wird. Der Arbeits- und Finanzplan für das laufende Jahr fanden auch eine fast einmütige Zustimmung. Und wir haben uns umgehend an die Realisierung der Vorhaben gemacht. Der Landesverbandstag 2021 findet am 20. März in Freiberg statt.
In Giersdorf bei Bunzlau wurde bei einem dritten Arbeitseinsatz auf dem alten evangelischen Friedhof das letzte Drittel der Fläche freigelegt und zahlreiche Grabsteine geborgen und gesichert. Wer den Friedhof vor einem Jahr sah, kann ermessen, welche enorme Arbeitsleistung hier erbracht wurde. Ein ganzer Wald aus Wildwuchs wurde gerodet, die aufgefundenen Grabsteine freigelegt. Noch ist nicht alles geschafft. Etliche Steine warten noch auf die Bergung, Sichtung und Zuordnung. Das Umfeld muß gestaltet und eine ständige Pflege vor Ort organisiert werden. Als Akteure der Arbeiten können wir nicht alles selbst stemmen (ausführlicher Bericht und Bilder unter www.lm-schlesien-lvsn.de).
Ein Mitglied unseres Landesverbandes übergab am 12. August eine umfangreiche Bücherspende an die Direktorin und die Deutschlehrerin der Schule in Seitsch (Guhrauer Land). Diese ist das Ergebnis eines Spendenaufrufes, über den wir schon im letzten Rundbrief berichteten. Besonders hervorzuheben ist die Spende der Friedrich- Märkel- Grundschule in Stadt Wehlen und ihrer Schulleiterin Frau Rahm. Mit einem Begleitschreiben, was auch vom Wehlener Bürgermeister Klaus Tittel unterzeichnet wurde, gingen die Bücher auf die Reise.
Am 28. August trafen sich der Vorsitzende und einige Vertreter unseres Landesverbandes mit dem sächsischen Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler, Dr. Jens Baumann, zu einem Arbeitsgespräch im Innenministerium. Dabei präsentierten wir eine Auswahl von Projektvorschlägen und diskutierten über deren Realisierung. Unsere vielfältigen Friedhofsaktionen, die Teilnahme am Tag der Sachsen, ein Büro in Görlitz sowie die Beteiligung an der Revitalisierung vom Schloßpark in Sibyllenort (Sczcodre) waren einige Themen des Treffens. Wir einigten uns auf ein erstes Projekt. Da Schloß Sibyllenort eng mit unserem letzten sächsischen König verbunden ist, bildet es eine ideale Schnittstelle zwischen Sachsen und Schlesien. In Absprache mit Dr. Baumann nahmen wir mit der zuständigen Gemeinde in Langewiese (Dlugoleka) Kontakt auf und loteten das Interesse der Gemeinde an einer Partnerschaft aus. Unser Anliegen stieß auf große Bereitschaft. So folgten vier Vertreter des LV der LM Schlesien mit Dr. Baumann der Einladung zu einem Besuch nach Sibyllenort (siehe Foto). Bei einer ausgiebigen Besichtigung des Parks mit Bürgermeister und Vertretern der Gemeinde und einem gemeinsamen Mittagessen einigten wir uns auf eine Vertiefung der Kontakte. Im November wollen wir der Gemeinde ein konkretes Projektangebot unterbreiten (ausführlicher Bericht auf www.lm-schlesien-lvsn.de).Ashampoo_Snap_2020.10.22_06h05m22s_009_
Zu erwähnen ist, daß durch unser Mitglied Silvia Koziolek- Beier die Kontaktaufnahme mit der Gemeinde hergestellt wurde und dieser, da sie auch polnisch spricht, sehr rasch zustande kam. Frau Koziolek- Beier übernahm auch sämtliche Übersetzungsaufgaben im schriftlichen und mündlichen Bereich.
Vom 18.-20. September arbeiteten sechs Mitglieder unseres Landesverbandes und weitere Schlesierfreunde auf dem Friedhof in Nieder- Schreiberhau (Szklarska Poreba). Zum ersten Mal unterstützten uns Bürgermeister und Gemeinde bei dieser Arbeit. Es wurden die nötigen Werkzeuge und Hilfsmittel bereitgestellt sowie ein Imbiß und Getränke angeboten. Am Sonnabend beteiligten sich dann ca. 20 polnische Einwohner, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und städtischen Abteilungen sowie der Bürgermeister Miroslaw Graf gemeinsam mit uns am Arbeitseinsatz. Herr Graf eröffnete die Aktion, wir übergaben ihm ein großes rundes Brot mit dem polnischen Wort „Danke“ als Dekor. Es wurde ein sehr erfolgreicher Tag, der bei einem gemeinsamen Grillen in der nahegelegenen „Iserbaude“ ausklang. Dabei verabredeten wir spontan noch einen weiteren Termin für 2020. Vom 6.-8. November werden wir diese Zusammenarbeit wiederholen (ausführlicher Bericht und Fotos auf www.lm-schlesien-lvsn.de). Anmeldungen zur Mitarbeit und Teilnahme laufen über unser elektronisches Postfach. Die gemeinsame Arbeit auf diesem kulturgeschichtlich so bedeutsamen Friedhof hat ein beachtliches Echo ausgelöst. Viele ehemalige Einwohner Schreiberhaus bedankten sich telefonisch, die Patenstadt Bad Harzburg meldete sich, der Verein zur Bewahrung schlesischer Kulturgüter (VSK) bot seine zukünftige Unterstützung an. Wir verschickten den Bericht an viele Heimatzeitungen, die Schlesischen Nachrichten und andere Zeitungen. Die Stadt Schreiberhau berichtete auf ihrer Internetseite von dem gemeinsamen Erfolg, und die Zeitung „Pod Szrenica“ widmete dem Einsatz einen eigenen Artikel. Inzwischen finden Sie den Bericht auch auf der Seite www.silesia-news.de, dem Informationsblog der Kulturreferate für Schlesien und Oberschlesien.Ashampoo_Snap_2020.10.22_06h07m36s_010_
Am 17. September durfte ich beim Schlesiernachmittag der Dresdner und Pirnaer Gruppe in der Gaststätte „Zur alten Säge“ in Dorf Wehlen mit dabei sein. Nach den vielen Wochen verordneter Einsamkeit, genossen die Teilnehmer den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen sichtlich. Kleine Mundartbeiträge und gemeinsames Singen bereicherten den Nachmittag. Höhepunkt war der Auftritt der „Basteifüchse“. Das Duo begeisterte die Zuhörer mit seinem Programm von Volks- und Heimatliedern.
In Sibyllenort arbeiten wir wieder gemeinsam mit einigen unabhängigen Freunden Schlesiens auf dem ehemaligen deutschen evangelischen Friedhof. Termin dafür ist der 24. und 25. Oktober. Interessierte können sich auch dafür mit einer E- Mail bei uns melden.
Einen Rückschlag mußten wir bei der Bergung von fünf unbekannten deutschen Soldaten in Lazisk hinnehmen. Trotz mehrmaliger Versuche, unterschrieb der betreffende Waldbesitzer die Genehmigung zur Grabung nicht. Die polnische Partnerorganisation der Deutschen Kriegsgräberfürsorge will nun direkt mit dem Waldeigentümer verhandeln.
Wie Sie alle wissen, möchte sich unser Landesverband eine Vereinsstandarte anschaffen. Dazu verschickte er viele Spendenbriefe, damit die Gesamtkosten nicht komplett aus dem Vereinsvermögen bezahlt werden müssen. Die Kampagne erweist sich als kleine Erfolgsgeschichte. Inzwischen sind wir guter Dinge, daß die Vereinsfahne zum großen Teil durch Spenden finanziert werden kann
.Die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne sucht für das Digitalisierungsprojekt „Adreßbücher“ die Originale der Adreßbücher für Stadt und Kreis Wohlau der Jahre 1926, 1932 und 1940.
Die Adreßbücher der Jahre 1929, 1935 und ein Auszug aus 1940 sind bereits kostenfrei über die Digitale Sammlung der Martin-Opitz-Bibliothek verfügbar. www.martin-opitz-bibliothek.de/de/sammlungen/digitale-sammlungen/adressbuecher/u-z/wohlau Weitere Adreßbücher aus Schlesien und darüber hinaus werden gerne in das Projekt einbezogen. Die Martin-Opitz-Bibliothek ist als Spezialbibliothek für deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland und übernimmt für das regionale Sammelgebiet die Funktion einer Zentralbibliothek. Der Schwerpunkt der Sammlungen liegt dabei auf den Regionen im heutigen Westen Polens, dem historischen Ostdeutschland. Im Bestand befinden sich über 350.000 Medieneinheiten. Ansprechpartnerin ist Frau Bolsmann (Tel. 02323/162186). Vielleicht besitzt jemand aus unseren Kreisen so einen „alten Schatz“, den er zur Verfügung stellen kann?
 Vermissen Sie den Hinweis auf den „Schlesischen Weihnachtstaler 2020“ in unserem Rundbrief? Bis zum Redaktionsschluß gab es dazu keine Auskunft. Auf der Seite des Herstellers (Euromint) ist darüber auch nichts zu finden. Die Taler der vergangenen Jahre sind noch zu haben, allerdings zu einem höheren Preis. Sie kosten nun 49,95 Euro.
Die Schlesiergruppe Freiberg bietet für das kommende Jahr eine Möglichkeit an, am Festival der Deutschen Minderheit in Breslau teilzunehmen (genauer Termin folgt). Die Freiberger möchten mit „Sonnenschein Reisen“ eine einwöchige Busfahrt mit dem Besuch des Festivals kombinieren. Wer Interesse zur Beteiligung daran hat, setzt sich bitte mit Herrn Hegenberg in Verbindung (03731-71464 oder bdvfg@gmx.de).                                                                                                                                     

Nun wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Vorstandes einen sonnigen Herbst, eine gemütliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Geleit in ein hoffentlich gesundes und wieder „normales“ 2021!    

Mit heimatlichen Grüßen Ihr
Friedemann Scholz- Vorsitzender

Landsmannschaft Schlesien
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