Rundbrief 2/ 2016                                                                                                                                           Dresden, 12.04.2016

Liebe Mitglieder der Orts- und Kreisgruppen des Landesverbandes Sachsen/ Schlesische Lausitz!
Am 2. April fand im Freiberger „Brauhof“ unser jährlicher Landesverbandstag statt. Diesmal stand auch die Neuwahl des Vorstandes und der Revisionskommission auf dem Programm. Sehr erfreulich war die gestiegene Delegierten- und Teilnehmerzahl, die das krankheitsbedingte Fehlen von gleich vier amtierenden Vorstandsmitgliedern wettmachte. Wir alle wissen, daß es unseren betagten Mitgliedern immer schwerer fällt, zum Tagungsort zu reisen. Dem Enkel des Vorsitzenden der Mitgliedsgruppe in Pausa ist es zu verdanken, daß die Delegierten aus Plauen und Pausa  anwesend sein konnten. Er brachte sie nach Freiberg. Mit der vollen Delegiertenzahl waren Freiberg, Hoyerswerda, Plauen und Pausa anwesend. Auch Leipzig und Mittweida waren stark vertreten. Der Landesverbandstag arbeitete sehr engagiert und konzentriert die Tagesordnung ab. Zum Rechenschafts- und Finanzbericht 2015 gab es einigen Gesprächsbedarf. Frau Ludwig trug den Bericht der Revisionskommission vor, der zur einstimmigen Entlastung des Vorstandes führte. Anschließend wurde den Delegierten der Entwurf des neuen Arbeits- und Finanzplanes 2016 vorgestellt. Die Änderung und Erweiterung der bestehenden Beitragsordnung erläuterte der amtierende Landesvorsitzende ausführlich. Zu den genannten Plänen gab es regen Diskussionsbedarf. In der folgenden Abstimmung wurden die neuen Vorhaben mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Nach der Verabschiedung des Vorstandes und der Revisionskommission der vergangenen drei Jahre wählte der LVT eine Wahlkommission, deren Vorsitz Peter Wolf aus Leipzig übernahm. Er verlas die Kandidatenliste für die Neuwahl beider Gremien. Da es für jede Funktion nur einen Kandidaten gab, wurde die Wahl auf Beschluß der Delegierten des LVT offen, mit Handzeichen, durchgeführt. Alle Kandidaten wurden einstimmig in ihre Ämter gewählt. Es ist ein großer Erfolg, daß erneut ein vollständiger Vorstand und eine Revisionskommission gewählt werden konnte. Das ist in der Zeit des Abtretens der Erlebnisgeneration nicht selbstverständlich. Eine Diskussion über die weitere Arbeit unseres Landesverbandes sowie allgemeine Fragen schloß sich der Wahl an. Gegen 12.30 Uhr beendete der neugewählte Vorsitzende F. Scholz den Landesverbandstag. Bei einem gemeinsamen Mittagessen kam man untereinander noch ins Gespräch. Es war eine gelungene, würdige Veranstaltung. 2017 wird der Landesverbandstag am 25. März in Freiberg zusammenkommen.
Im März gedachten wir der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20.03.1921. Trotz des Votums der Bevölkerung für den Verbleib Oberschlesiens bei Deutschland wird das Ergebnis nicht akzeptiert. Schon vor der Abstimmung versuchten polnische „Aufständische“ zweimal Oberschlesien für sich zu gewinnen. Am 3. Mai 1921 begann der dritte polnische „Aufstand“, gut vorbereitet und durch das Stillhalten der französischen Schutztruppen befördert. Erst durch die Bildung von Freiwilligenverbänden, des oberschlesischen Selbstschutzes, wurden die polnischen Eindringlinge bekämpft und geschlagen. Höhepunkt war der Sturm des Annaberges, dem Symbolberg Oberschlesiens. Am 20. Oktober 1921 wurde der Deutschen Reichsregierung der Entschluß Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Japans- nach einem Gutachten des Völkerbundes- mitgeteilt, Oberschlesien zu teilen. Den Großteil der Steinkohle-, Zink-und Bleierzgruben, Hochöfen, Gießereien, Stahl- und Walzwerke, alle Eisenerzgruben und Zinkhütten erhielt Polen. Damit legte die interalliierte Botschafterkonferenz einen Meilenstein für die verhängnisvolle Entwicklung, die letztlich zum 2. Weltkrieg und dem Verlust Ostdeutschlands führte.                                                             
Das 500. Jubiläum des „Reinheitsgebotes“ für Bier erinnert uns auch an die schlesischen Brauereien, die teilweise sehr begehrte Biere brauten. Das Bürgerliche Brauhaus in Tichau fällt dabei mit seiner wechselvollen Geschichte auf. Nach der Zwangsteilung Oberschlesiens in polnische Hände geraten, 1939-45 deutsch, seit 1945 wieder polnisch. Derzeit kann man aus Tichau  unter der Marke „Tyskie“ in Polen wieder gutes Bier genießen. Es wird auch nach Deutschland exportiert. Natürlich gibt es noch mehr Brauereien, die erwähnenswert sind: die Schweidnitzer Brauerei, die Breslauer Haase Brauerei GmbH, die Hohberg- Brauerei in Löwenberg, die Schloßbrauerei Liegnitz, die Hirschberger Brauerei Karl Marquardt, die Gorkauer Societätsbrauerei AG usw. Man könnte einen ganzen Rundbrief mit den alten Namen füllen. Unter www.brauwesen-historisch.de/1945.html findet man eine Liste, der ehemaligen deutschsprachigen Brauereien vor 1945.
         
Mit heimatlichen Grüßen

Friedemann Scholz
Vorsitzender

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